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Aktuell Europa

Fischer von Treibeis gerettet

Spektakuläre Aktion in der Ostsee: Mit Hubschraubern haben Rettungskräfte vor der Küste Lettlands mehr als 200 Menschen in Sicherheit gebracht, die auf zwei Eisschollen in der Bucht von Riga trieben.

Nach Angaben der Feuerwehr saßen 180 Menschen auf einer Scholle in der Nähe der Stadt Vakarbulli fest, 43 weitere trieben auf der Höhe der Ortschaft Majori in der Bucht. Die Behörden des baltischen EU-Landes setzten auch Eisbrecher, Schleppschiffe und Boote (Artikelbild) für die Rettungsaktion ein. Niemand sei ernsthaft verletzt worden, hieß es. Sanitäter waren im Einsatz, um die Menschen zu versorgen. Das Eis sei dick genug gewesen, um die Menschen zu tragen, teilten die Behörden weiter mit.

Den Menschen wäre beinahe ihr Hobby zum Verhängnis geworden, das Eisfischen, ein in den ehemaligen Sowjetrepubliken verbreitetes Freizeitvergnügen. Die Behörden hatten allerdings vor Tauwetter und starken Winden gewarnt, eine Kombination, die zur Bildung treibender Eisschollen führen kann.

Der Abbruch des Eisstückes sei zunächst nicht bemerkt worden, sagte ein per Hubschrauber geretteter Mann der Agentur BNS. Der Riss habe sich dann sehr schnell erweitert. Mehrere Fischer, die nahe an der Bruchstelle standen, hätten sich noch mit einem Sprung retten können.

Wegen der Beliebtheit des Eisfischens in der Region kommt es vor allem in Tauwetterperioden immer wieder zu derartigen Notfällen. Erst vor einer Woche retteten Einsatzkräfte in der Ostsee vor Litauen fünf Angler, die auf einer Eisscholle rund zwei Kilometer ins Meer hinausgetrieben worden waren. Im Februar 2012 wurden etwa 900 Fischer in Südrussland von Eisschollen im Asowschen Meer gerettet.

wl/se (dpa, ap, afp)