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Fischer fordert energische Reformen im Kosovo

7. April 2005

Bundesaußenminister Joschka Fischer war am Mittwoch zu einem eintägigen Besuch im Kosovo. Zum Abschluss besuchte er die in Prizren stationierten 3.200 Bundeswehrsoldaten.

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Fischers Gesprächspartner: Ibrahim Rugova, Präsident des KosovoBild: AP

In Richtung Europa gehe man, wenn man demokratische Standards erfülle. Dazu gehörten der Kampf gegen die Korruption, das organisierte Verbrechen und die Schaffung einer unabhängigen Justiz. Dies erklärte Bundesaußenminister Joschka Fischer nach Gesprächen mit dem Präsidenten des Kosovo, Ibrahim Rugova.

Mehr Reformanstrengungen notwendig

Fischer forderte die Führung des Kosovo zu mehr Reformanstrengungen auf. Für das Kosovo sei die Lösung folgender Fragen wichtig: "Die Frage der Dezentralisierung, ein effizienter Schutz der Minderheiten und wir wären zufrieden, wenn hier im Kosovo baldmöglichst Fortschritte in der Praxis zu verzeichnen wären. Die internationale Gemeinschaft ist daran interessiert, dass bis zum Sommer die Dinge energisch vorangetrieben werden. Denn dann wird beurteilt, was erreicht wurde", so Fischer.

Lösung der praktischen Probleme

Kosovo-Präsident Rugova bekräftigte nach dem Gespräch mit Fischer die Forderung nach Unabhängigkeit der Provinz. Der deutsche Außenminister äußerte sich zur Frage der politischen Zukunft Kosovos nicht. Er machte allerdings deutlich, dass für die Lösung der Status-Frage ein internationaler Konsens erforderlich sei. "Je schneller die praktischen Probleme im Kosovo gelöst werden, desto leichter fällt die Lösung der Status-Frage", sagte der Außenminister.

Fischer traf sich in Pristina ferner mit dem stellvertretenden UNMIK-Chef Larry Rosin und KFOR-Kommandeur Yves de Kermabon. Darüber hinaus kam er mit dem neuen Ministerpräsidenten Bajram Kosumi sowie mit weiteren albanischen und serbischen Spitzenpolitikern zusammen.

Bekim Shehu, Pristina
DW-RADIO/Albanisch, 6.4.2005, Fokus Ost-Südost