Finnland und Estland planen gemeinsamen Tunnel | Aktuell Europa | DW | 08.02.2018
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Neue Verkehrsverbindung

Finnland und Estland planen gemeinsamen Tunnel

Statt mit der Fähre oder dem Boot sollen Finnen und Esten künftig durch einen Tunnel pendeln können. Der Bau der Unterwasserverbindung dauert lange und kostet viel. Dafür werde an Zeit gespart, so der Plan der Regierung.

Finnland - Helsinki - Tallin Fähre (Foto: picture alliance/dpa/P. Zimmermann)

Die Überfahrt zwischen Helsinki und Tallin dauert zwei Stunden - noch

Es soll der längste Eisenbahntunnel der Welt werden, der unter Wasser verläuft: Das Mammutprojekt "FinEst Link" zwischen Finnland und Estland. Pläne und eine Machbarkeitsstudie zu diesem einzigartigen Bauvorhaben wurden in Tallin vorgestellt. In der Studie heißt es, der Tunnel könne bis zu seiner Eröffnung 2040 bis zu 20 Milliarden Euro kosten. 2040 soll er dann auch für den Verkehr freigegeben werden. So wollen sich die beiden nördlichen Hauptstädte Helsinki und Tallinn, die sich auf den gegenüberliegenden Seiten des Finnischen Meerbusens befinden, dauerhaft unter Wasser verbinden. Die jahrelangen Untersuchungen und Studien wurden nun abgeschlossen.

Zehntausende Esten arbeiten in der Region Helsinki, viele von ihnen pendeln wöchentlich über das Meer, und viele finnische Touristen besuchen Tallinn. Diesen Austausch soll der vorgeschlagene 103 km lange Tunnel befördern. Er würde die Fahrzeit zwischen Helsinki und Tallinn von derzeit mindestens 90 Minuten mit der Schnellfähre auf ca. 30 Minuten verkürzen. Der Tunnel würde die Flughäfen der Städte verbinden. In einem nächsten Schritt könnte er an die Rail Baltica - einer Eisenbahnverbindung zwischen Tallinn und Warschau, die im Jahr 2026 fertiggestellt werden soll - angeschlossen werden. 

"Leben auf einer Insel"

"Estland wird mit Mitteleuropa verbunden sein und wir werden hier nicht aufhören", sagte der estnische Premierminister Juri Ratas auf einer Konferenz in Tallin. "Ich habe gehört, dass viele Menschen in Finnland sagen, dass sie das Gefühl haben, auf einer Insel zu leben. Aber es muss nicht so sein."

Die Projektverantwortlichen gehen derzeit von einem Wachstum des Personenverkehrs ohne den Tunnel zwischen den Städten von neun Millionen im Jahr 2017 auf 14 Millionen bis 2050 aus. Mit dem Tunnel würde der Verkehr auf 23 Millionen steigen, von denen zehn Millionen noch mit Fähren transportiert würden. Ein Teil der Kosten könnte mit EU-Fördergeldern finanziert werden. 

(K)ein Konkurrenzprojekt

So einzigartig dieses Projekt ist, "FinEst Link" bekommt dennoch Konkurrenz, angeführt von dem finnischen Softwareentwickler und Geschäftsführer von Rovio Entertainment, das beispielsweise das mobile Spiel "Angry Birds" auf den Markt gebracht hat. Vesterbacka, sucht nach chinesischen Mitteln für einen Tunnel, der einen anderen Weg einschlägt und früher fertig gestellt werden kann. Die finnische Regierung ist auf ihren Plan fokussiert. "Wir haben ein Projekt. Es wird Raum für Innovation geben, aber wir haben nur ein Projekt", machte Anne Berner, Ministerin für Verkehr und Kommunikation, deutlich.

sam/se (rtr, FinEst Link)

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