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Aktuell Europa

Finnland plant Endlager für hochradioaktiven Müll

Die finnische Regierung hat grünes Licht für das weltweit erste Atommüll-Endlager gegeben. In tiefem Gestein sollen die ausgedienten Brennelemente für immer deponiert werden.

Finnisches Atom-Endlager Onkalo (Foto: picture-alliance/dpa/J. Partanen)

Bislang lagert finnischer Atommüll in einem Stollen in Onkalo

Die Firma Posiva erhielt die Lizenz, auf der südwestlichen Insel Olkiluoto das unterirdische Endlager einzurichten. Finnlands Wirtschaftsminister Olli Rehn sprach von "der weltweit ersten Erlaubnis für ein Atommüll-Endlager". Die dafür angelegten Tunnel sollen 450 Meter tief ins Gestein reichen. Über 6500 Tonnen Uranium sollen in dieser Einrichtung deponiert werden. Die Einwohner der benachbarten Dörfer haben den Plan akzeptiert. "Die Entscheidung ist für uns ein großer Schritt", sagt Posiva-Geschäftsführer Janne Mokka. "In diesem Projekt stecken über 40 Jahre Forschung und Entwicklung."

Mit Vulkanasche versiegelt

Auf Olkiluoto baut der französische Konzern Areva zur Zeit einen neuen Druckwasserreaktor vom Typ EPR. In der Nähe soll das geplante Endlager entstehen. Die verbrauchten Brennelemente sollen mit Kupfer ummantelt und dort in Stollen eingelagert werden. Diese werden anschließend mit Betonit versiegelt - einer Vulkanasche, die aufquellt, sobald sie mit Wasser vermischt wird.

Die Atomsicherheitsbehörde habe die Methode geprüft, sagte Rehn. Einige Experten warnen aber, bei einer neuen Eiszeit könnte sich der Permafrost bis in eine Tiefe von 800 Metern ausbreiten. Die Kosten für das Projekt, das 2023 realisiert werden soll, werden auf 3,5 Milliarden Euro geschätzt.

Weltweit existieren 270.000 Tonnen radioaktiver Atommüll. Ein großer Teil davon wird in der Nähe von Atomkraftwerken unter Wasser gelagert. Eine Lösung für eine endgültige Lagerung der hochradioaktiven Masse, die über Jahrhunderte strahlen kann, drängt deshalb. Bevor der Bau von Finnlands Endlager beginnen kann, muss Posiva allerdings noch weitere Untersuchungen vornehmen, um mögliche Auswirkungen auf die Umwelt zu analysieren.

pab/uh (afp, rtr)

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