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Kultur

Finnischer Autor lehnt ungarischen Preis ab

Der finnische Schriftsteller und Übersetzer Hannu Launonen schlug den mit 50.000 Euro dotierten Lyrik-Preis einer ungarischen Stiftung aus. Er könne die Ehrung aus Gewissensgründen nicht annehmen.

Es sei ihm nicht möglich gewesen herauszufinden, ob der "Janus Pannonius-Preis" der gleichnamigen Stiftung nach wie vor von der ungarischen Regierung gesponsert werde, erklärte das PEN-Mitglied Launonen seine Entscheidung. Da er die Politik der ungarischen Regierung im Hinblick auf Menschenrechte und Meinungsfreiheit als nicht vereinbar mit der Charta des internationalen PEN ansehe, sei ihm nichts anderes übriggeblieben als abzulehnen, hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung der Schriftstellervereinigung PEN.

Mehrmals hatte Hannu Launonen beim ungarischen PEN um Aufklärung gebeten, was es mit dem Preis auf sich habe, aber nie eine Antwort erhalten - obwohl der dortige Club den Preis 2012 ins Leben rief. Der deutsche PEN begrüßte die Ablehnung und dankte dem Finnen für seine deutliche Haltung. "Wir sind sehr froh darüber, dass Hannu Launonen hier deutlich Position bezogen hat und den Preis zum Anlass nimmt, erneut auf die bedenklichen Entwicklungen in Ungarn hinzuweisen", sagte Sascha Feuchert, der deutsche PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-Beauftragte. Dies sei während der Frankfurter Buchmesse ein wichtiges Zeichen.

Der "Janus Pannonius-Preis" erinnert an den bedeutendsten ungarischen Renaissance-Dichter. Der amerikanische Autor Lawrence Ferlinghetti hatte den Preis im ersten Jahr seiner Verleihung aus ähnlichen Gründen wie Launonen abgelehnt. Das PEN-Zentrum Deutschland ist eins von weltweit über 140 Schriftstellervereinigungen, die im PEN International vereint sind. Die drei Buchstaben stehen für Poets, Essayists, Novelists.

suc/ as (epd/ PEN)