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Wirtschaft

Finanzkrise schwächt auch die Maschinenbauer

Die Finanzkrise trifft auch die erfolgsverwöhnten deutschen Maschinenbauer. Denn die Lage auf den großen Absatzmärkten sieht nicht mehr so rosig aus.

Montageautomat für die Automobil-Zulieferindustrie (Foto: picture-alliance/ZB)

Montageautomat für die Automobil-Zulieferindustrie

Wer in diesen Tagen auf der Suche nach einem Schuss Optimismus ist, der sollte sich einmal mit deutschen Maschinenbauern unterhalten. Denn bei ihnen scheint zumindest noch etwas die Sonne - auch nach schwarzen Wochen an den Börsen.

"Die Aufträge laufen immer noch rein. Die Wachstumsraten liegen zwischen fünf und zehn Prozent", sagt Dierk Dornieden. Er beschäftigt 100 Mitarbeiter in seiner Fabrik in Billerbeck im Nordwesten Deutschlands. Er stellt Sondermaschinen wie Trockner oder Vulkanisiermaschinen her. Er ist ein typischer Vertreter der deutschen Maschinenbauwirtschaft: Gattung Mittelstand, Familienunternehmer in zweiter Generation. Und die scheinen sich vor einer Weltwirtschaftskrise nicht zu fürchten. "Weil wir im Maschinenbau tätig sind. Diese Branche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als vergleichsweise krisenfest erwiesen", sagt Dornieden.

Ende der sensationellen Erfolge

Und doch: Im Jahr 2009 dürften auch im deutschen Maschinenbau keine zweistelligen Wachstumsraten mehr zu erwarten sein, sagt Manfred Wittenstein, Präsident des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau. "Auch wir sind betroffen. Die Zeiten sensationeller Erfolge, in denen ein Produktionsrekord den anderen jagte und in denen wir Wachstumsraten wie zuletzt in den 1960er Jahren erzielt haben, sind wohl fürs erste vorbei. Auch wir müssen 2009 kleinere Brötchen backen und den Gürtel enger schnallen.“

Das 500 Milliarden Euro schwere Rettungspaket der Bundesregierung für die deutschen Banken stößt bei den Maschinenbauern nicht auf uneingeschränkte Begeisterung. Die Unternehmer begrüßen zwar den Rettungsplan für den Finanzmarkt. Sie fordern jedoch weitere Maßnahmen der Regierung, um auch ihre Branche auf Dauer krisenfest zu machen. Mehr Investitionen in Bildung stehen ganz oben auf ihrer Wunschliste.

"Wir bauen aus"

Auch Dornieden fürchtet, ansonsten bald nicht mehr genügend gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden. Doch Zurückhaltung angesichts eines drohenden Wirtschaftsabschwungs? Nein danke, sagt der Unternehmen: "Wir haben sogar noch eine weitere Halle in Planung. 60 mal 25 Meter, 10 Meter Firsthöhe. Wir bauen aus.“ Finanzkrise hin, Finanzkrise her. Gute Maschinen, die seien eben auch in Zukunft gefragt.

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