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Politik

Finanzkrieg

Bush friert Konten von Terroristen und Helfern ein.

Noch vor einem Militärschlag hat die amerikanische Regierung den Finanzkrieg gegen Osama bin Laden und seine Terrororganisation eröffnet. US-Präsident George W. Bush unterzeichnete am Montag (24.9.) einen präsidialen Erlass.

"Heute eine Minute nach Mitternacht begann ein wesentlicher Feldzug unseres Krieges gegen Terrorismus mit einem Federstrich. Wir haben einen Angriff auf das finanzielle Fundament des weltweiten Terrorismus begonnen."

Bush sagte im Rosengarten des Weißen Hauses, sein Erlass weise Banken in den USA an, alle Konten von Terroristen und Organisationen einzufrieren. Der Präsident veröffentlichte eine Liste mit Einzelpersonen, Firmen und drei wohltätigen Hilfsorganisationen.

Auch ausländische Banken betroffen

Die Anweisung bezieht sich auch auf ausländische Banken, weil Osama bin Laden den Großteil seiner Millionen in Europa und Asien geparkt hat. Sollten ausländische Banken und andere Staaten nicht kooperieren, würden auch deren Geschäfte in den USA und mit den USA unterbunden, so Bush.

Betroffen sind zum Beispiel Staaten wie Zypern, Russland oder Offshore-Bankstandorte wie die Cayman-Islands oder die Kanalinseln, wo Geldwäsche relativ einfach ist. Finanzfachleute meinen aber, dem Geld von Osama Bin Laden zu folgen, wird nicht einfach sein. Es laufen ja auch noch Ermittlungen in Deutschland und in den USA zu der Frage, ob Terroristen oder ihre Helfer versucht haben, an den Börsen zu profitieren, in dem sie auf Kursverluste bei Fluggesellschaften und Versicherungen spekulierten.

Hinweise von befreundeten Staaten

US-Außenminister Colin Powell hat seine Ankündigung, die Regierung wolle Beweise für bin Ladens Verwicklung in der Terrorattacken vom 11. September vorlegen, stark relativiert. Die USA erhalten mehr und mehr Hinweise von befreundeten Staaten, so Powell, aber man wolle die Quellen nicht gefährden und den Terroristen in die Hände spielen.

"Das meiste ist geheim. Wenn wir Unterlagen finden, die nicht geheim sind, werden wir dies der Öffentlichkeit mitteilen, aber das meiste ist geheim."

Außerdem, so betonten Powell und auch Präsident Bush, sei bin Laden ja bereits wegen der Bombenattentate auf US-Botschaften in Kenia und Tanzania 1998 von amerikanischen Gerichten angeklagt worden.

Einsatz von Sprühflugzeugen verboten

Unterdessen wächst die Angst, dass die Selbstmordattentäter auch geplant haben könnten, landwirtschaftliche Sprühflugzeuge zu entführen, um mit ihnen biologische oder chemische Kampfstoffe zu verteilen. Die Flugaufsicht hat den Einsatz von Sprühflugzeugen verboten. Einer der Terroristen, Mohammed Atta, soll sich zweimal an einem Flughafen nach Sprühflugzeugen erkundigt haben. In der Wohnung eines anderen Attentäters wurde ein Flughandbuch für Sprühflugzeuge gefunden. Vier Stunden nach den Attacken auf Washington und New York wurde in den USA von den Gesundheitsbehörden Alarm ausgelöst. Krankenhäuser wurden angewiesen, auf die Symptome von Antrax oder Smallpox-Infektionen zu achten. Seitdem haben viele Stadtverwaltungen überprüft, ob und wie sie auf biologische oder chemische Attacken vorbereitet sind. Fast alle mussten feststellen: gar nicht. Auch die Vorräte an Impfstoffen sind minimal. Vorräte gibt es nur bei Antibiotika.

Am 3. Oktober kann das amerikanische Fernsehpublikum die Tragödie bereits als Seifenoper erleben. Die Produzenten der Fernsehserie West Wing über einen fiktiven Präsidenten und das Weiße Haus haben in Rekordzeit eine Folge abgefilmt, die sich mit Terrorattacken beschäftigt. Der beliebten Serie sind Rekord-Einschaltquoten sicher.

  • Datum 11.11.2001
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  • Permalink http://p.dw.com/p/19E8
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