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Aktuell Afrika

Finanzielle Hilfe für Ebola-Gebiete

Im Kampf gegen die Ebola-Epidemie in Westafrika haben internationale Finanzinstitutionen Hilfsgelder für die betroffenen Länder angekündigt. Unterdessen hat die Seuche auch Nigeria erreicht.

Allein die Afrikanische Entwicklungsbank will den von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern Sierra Leone, Guinea und Liberia Hilfsgelder in Höhe von insgesamt 50 Millionen US-Dollar bereitstellen, wie der Präsident der Bank, Donald Kaberuka, mitteilte. Auch die Weltbank will noch in dieser Woche Finanzhilfen für die betroffenen Länder bekannt geben. Zuvor muss jedoch noch der Vorstand zustimmen.

Ebola-Fall in Nigeria

Mittlerweile hat Ebola-Epidemie auch Nigeria erreicht. Ein Arzt, der einen kürzlich in Lagos verstorbenen Fluggast aus Liberia behandelt hatte, sei mit dem Virus infiziert, teilte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu mit. Zwei weitere Menschen, die in Kontakt mit dem Mann waren und auf Isolierstationen liegen, zeigen demnach ebenfalls Symptome. Insgesamt befänden sich acht Nigerianer in Quarantäne, mehr als 60 weitere würden überwacht. Lagos ist eine Megametropole mit rund zehn Millionen Einwohnern, Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas.

Aus Wut über das Behördenversagen im Kampf gegen die Epidemie haben Demonstranten die liberianische Hauptstadt Monrovia lahmgelegt. Sie wollen erzwingen, dass die Regierung sich um den Abtransport von Leichen kümmert, die aus Angst vor Ansteckung in vielen Gegenden nicht bestattet werden.

US-Patienten geht es besser

Der Zustand des in den USA behandelten Ebola-Arztes hat sich unterdessen ersten Berichten nach leicht gebessert. Der 33-jährige Kent Brantly hatte in Westafrika Ebola-Patienten behandelt und sich dabei angesteckt. Er war am Samstag in die USA geflogen worden. "Es ist ermutigend, dass es ihm besserzugehen scheint", sagte der Direktor der amerikanischen Seuchenbehörde CDC, Tom Frieden, dem US-Sender CBS. Das Krankenhaus der Emory Universität in Atlanta hielt sich mit einer Bestätigung zunächst zurück.

Brantly ist der erste in den USA behandelte Ebola-Patient überhaupt. Die nächsten Tage sind nach Angaben von Experten noch kritisch für Brantly. Er hatte vor etwa einer Woche erste Ebola-Symptome gezeigt. Für Dienstag wird die Ankunft einer mit Ebola infizierten US-Amerikanerin erwartet: Nancy Writebol hatte als Schwester und Missionarin in Liberia gearbeitet - ebenso wie Brantly für die Hilfsorganisation Samaritan's Purse.

Mittlerweile über 800 Ebola-Tote

Die Ebola-Epidemie hat inzwischen mindestens 826 Menschenleben gefordert. Die Zahl registrierter Infektionen stieg nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bis zum 30. Juli auf 1440. Binnen zwei Tagen gab es demnach 117 neu erfasste Fälle und 58 weitere Tote, 46 davon in Liberia, 9 in Sierra Leone und nur noch drei in Guinea. Nach diesen Zahlen setzt sich die Epidemie ungebremst fort. WHO-Daten zeigen, dass bei der aktuellen Ebola-Epidemie in Westafrika gut die Hälfte aller Infizierten nicht überleben.

Die frühere Gesundheitsministerin von Mali, Fatoumata Nafo-Traoré, warnte vor einer möglichen Ausbreitung des Virus auf andere Länder oder sogar Kontinente. "Ebola könnte andere Staaten erreichen, auch in Europa, weil die Leute weiter reisen und die Kontrollen und Tests an den Grenzen und Flughäfen häufig noch unangemessen sind", sagte die Gesundheitsexpertin.

Frankfurt am Main mit Deutschlands größtem Flughafen wäre nach eigenen Angaben für einen Ebola-Fall gerüstet. Für den Fall, dass ein Passagier während des Flugs Symptome zeigt, gebe es Notfallpläne, sagte Gesundheitsamts-Chef René Gottschalk. Die sei aber "extremst unwahrscheinlich". 2003 war der erste SARS-Patient auf europäischen Boden in Frankfurt gelandet, 2006 gab es einen Fall von Lassafieber.

Bundeswehr ist vorbereitet

Vorbereitet sieht sich auch die Bundeswehr für ihre in Westafrika stationierten Soldaten. "Der Truppenarzt der mehr als 150 deutschen Soldaten in Mali ist Tropenmediziner und hat längst einen Notfallplan für ein mögliches Übergreifen der Epidemie aus den Nachbarländern erarbeitet", sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam.

In dem an Guinea grenzenden Mali trainiert die Bundeswehr im Rahmen einer EU-Mission einheimische Soldaten. Im ebenfalls angrenzenden Senegal sind 35 Bundeswehrsoldaten einer UN-Mission stationiert.

cr/wl (dpa, rtr)