1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Finale furioso – Spanien contra Italien

Zum zweiten Mal begegnen sich Spanien und Italien bei der EURO 2012 – im ersten Spiel der Gruppe C trennten sie sich 1:1, im Endspiel geht es nun um's Ganze: den Europameistertitel.

Der Spanier Sergio Busquets (r.) und der Italiener Mario Balotelli (l.) reichen sich die Hände (Foto: dpa)

Der Spanier Sergio Busquets (r.) und der Italiener Mario Balotelli (l.) reichen sich die Hände

Nachdem die Squadra Azzurra ihrem Ruf als Angstgegner der DFB-Auswahl im EM-Halbfinale gerecht geworden ist, zittert nun auch Spanien vor dem viermaligen Weltmeister. Die Bilanz des Titelverteidigers in 30 Länderspielen gegen Italien ist negativ. Bei acht Siegen gab es zwölf Unentschieden und zehn Niederlagen für die Iberer.

Bei Europa- und Weltmeisterschaften trafen beide Teams bislang siebenmal aufeinander. Den einzigen Sieg feierten die Iberer vor vier Jahren im EM-Viertelfinale. Dieser Erfolg kam jedoch im Elfmeterschießen zustande und wird in der Statistik als Unentschieden gewertet, weil es nach 120 Minuten torlos stand. Daniele de Rossi und Antonio di Natale scheiterten im Nervenduell vom Punkt an Spaniens Keeper Iker Casillas.

Man trifft sich immer zweimal

Der Italiner Antonio Di Natale (r.) erzielt das 1:0 gegen Spanien - Keeper Iker Casillas (l.) ist chancenlos (Foto: REUTERS)

Der Italiner Antonio Di Natale (r.) erzielt das 1:0 gegen Spanien - Keeper Iker Casillas ist chancenlos

Im Gruppenspiel der EURO 2012 trennten sich die beiden Kontrahenten durch Tore von Antonio di Natale und Cesc Fabregas 1:1-unentschieden. Doch nun geht es um alles: Der Titelverteidiger will zum dritten Mal in Serie ein großes Turnier gewinnen, Italien eine beeindruckende Entwicklung krönen.

Denn aus dem Außenseiter ist plötzlich ein Titelanwärter geworden, der die vierjährige Dominanz der Spanier beenden könnte. "Wir haben bewiesen, dass wir mit Spanien mithalten können", erklärte Mittelfeldmann Claudio Marchisio, auch wenn der in offiziellen Spielen ungeschlagene Nationalcoach Cesare Prandelli einräumte: "Spanien ist Favorit." Der 54-Jährige ist sich sicher: "Wir werden Spaniens Schwachstellen ausfindig machen." Die Iberer seien in vielerlei Hinsicht ein Vorbild, sagte Prandelli. "Aber auch wir sind bei dieser EM gewachsen."

Schon bei dem ersten Aufeinandertreffen während der Gruppenphase brachten die Europameister von 1968 das Star-Ensemble um Andrés Iniesta und Xavi an den Rand einer Niederlage. Seit dieser Partie am 10. Juni in Danzig ist das Team immer mehr zusammengewachsen, das Selbstvertrauen immens gestiegen. "Beim 2:0 habe ich in den Gesichtern der Deutschen gesehen: Wir haben gewonnen", meinte De Rossi noch kurz nach dem Halbfinalerfolg. Der geniale Regisseur Andrea Pirlo versprach seinen Landsleuten ein "grandioses Finale". Und Marchisio träumte schon vom sechsten Cup im neunten Turnier-Finale der Italiener: "Jetzt wollen wir den Titel!"

Vorherrschaft in Europa untermauern

Der Spanier Cesc Fabregas jubelt über einen seiner Treffer (Foto: REUTERS)

So soll es noch einmal sein: Der Spanier Cesc Fabregas jubelt über einen seiner Treffer

Doch der Gegner ist bis in die Haarspitzen motiviert: "Dieser Sieg wäre wie die Kirsche auf dem Kuchen", sagte der spanische Verteidiger Sergio Ramos. Denn die Iberer haben in dieser Partie die historische Chance, als erste Mannschaft drei große Titel nacheinander zu gewinnen. Allerdings haben die starken Auftritte der Italiener bei dieser EM auch die Spanier aufhorchen lassen. "Italien hat eine brillante erste Halbzeit gespielt", meinte Mittelfeldspieler Fabregas zu dem Halbfinale der Italiener gegen Deutschland. "Wir müssen versuchen, ihre beiden Stürmer und Andrea Pirlo in den Griff zu bekommen."

Auch Trainer Vicente del Bosque wirkte nicht gerade entspannt bei der Aussicht, sich eine Strategie gegen Italiens Spielmacher Pirlo, den beweglichen Sturm um "Super Mario" Balotelli oder die gewohnt sichere Defensive um Torwart Gigi Buffon einfallen zu lassen. "Italien ist viermaliger Weltmeister. Es gibt keinen Favoriten", meinte der 61-Jährige nur knapp.

Geleitet wird das EM-Endspiel am Sonntag (01.07.2012, 20.45 Uhr MESZ) in Kiew vom portugiesischen Schiedsrichter Pedro Proenca. Der 41-Jährige pfiff bei der EURO in Polen und der Ukraine bereits das Viertelfinale zwischen Italien und England sowie das Gruppenspiel Spanien gegen Irland. Proenca ist der erste Portugiese, der das Endspiel einer EM leiten wird.