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Filme

Filmfest München: Kein neuer Trend aber Kontinuität

Neue Impulse gingen von den neuen Filmen nicht aus. Aber man kann mit Genugtuung feststellen, dass der deutsche Film seine Themenvielfalt und Qualität auch beim 26. Filmfest München bestätigen konnte.

Filmszene aus Wolke neun

Alte Liebe: Filmszene aus "Wolke neun"

Das Filmfest München ist nach der Berlinale das zweitgrößte Filmfestival in Deutschland und vor allem ein Publikumsfestival, das ohne große Preise auskommt. Allein in diesem Jahr gab es 200 Deutschlandpremieren von Filmen aus 41 Ländern. Traditionell stark vertreten ist der deutsche Kino- und Fernsehfilm, der in den Reihen "Neue deutsche Kinofilme" und "Deutsche Fernsehfilme" präsentiert wird.

Für Ulrich Maass, den Leiter der deutschen Reihe, gibt es ganz klar eine Hinwendung zum Dokumentarischen, dabei sind die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit zunehmend fließend. So konnte Andreas Dresens bereits in Cannes gefeierter, neuer Film "Wolke Neun" über die Liebe im hohen Alter in München seine umjubelte Deutschlandpremiere feiern.

Nah dran am Leben

Generell kamen Geschichten aus dem Alltag gut an und viele junge deutsche Filmemacher experimentieren auch wieder - so wie Jan Georg Schütte mit seinem zweiten Spielfilm "Die Glücklichen". Dort hat der Mitvierziger Hans, ein bisher erfolgloser Schriftsteller, alte Freunde eingeladen, weil ihm nun endlich der große Wurf gelang.

Gedreht wurde "Die Glücklichen" in nur drei Tagen mit sechs Kameraleuten nach einem wochenlangen Improvisationsmarathon. Aus 90 Stunden Filmmaterial schnitt der Regisseur dann 93 Minuten zusammen. Herausgekommen ist ein ebenso anstrengender wie frischer Dialogfilm über Lebens- und Liebeslügen einer Generation um die 40, die nicht erwachsen werden möchte und persönliche wie gesellschaftliche Verantwortung scheut. Dieser etwas andere Film entstand übrigens ohne Geld von deutschen Filmförderungsanstalten.

Das Comeback der Sukowa

"Eine gute Balance zwischen Unterhaltung und Anspruch" versprach der Münchener Filmfestchef Andreas Ströhl im Vorfeld und er hat Wort gehalten, denn auch für eher konventionelles Erzählkino war Platz in München.

Barbara Suckowa als Wurstverkäuferin (Schwarz-Weiss Filmverleih)

Am Fenster: Barbara Suckowa als Wurstverkäuferin

"Die Entdeckung der Currywurst" entstand nach dem Roman von Uwe Timm und spielt im April und Mai 1945 in Hamburg. Es ist das große Comeback der Barbara Sukowa die einst mit Fassbinders "Lola" und in Filmen wie "Die bleierne Zeit" und "Rosa Luxemburg" Filmgeschichte schrieb. Diesmal verkörpert sie die Köchin Lena Brückner, die in den letzten Kriegstagen den jungen Soldaten Hermann versteckt und durch diese Liebe zu einem viel jüngeren Mann wieder aufblüht.

Der erfahrenen Film- und Fernsehregisseurin Ulla Wagner gelingt es überzeugend, eine Stimmung der permanenten Angst zu inszenieren. Ohne in Klischees zu verfallen, sieht man noch vom "Endsieg" überzeugte Fanatiker, mißgünstige Nachbarn, aber auch Menschen voller Zivilcourage. Es ist aber auch ein Film über eine unmögliche Liebe, die nur in einer extremen Situation entstehen kann. Mit "Die Entdeckung der Currywurst" nimmt sich das deutsche Kino endlich wieder überzeugend des Themas des Alltags in der Hitlerdiktatur an, das viel zu oft in den letzten Jahren dem Fernsehen überlassen wurde.

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