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Filme

Filmemacher Vicente Aranda gestorben

Er gehörte zu den einflussreichsten Regisseuren Spaniens. Mit Filmpreisen ausgezeichnet und von Generationen verehrt, schrieb er stilprägend europäische Filmgeschichte. Mit 88 ist er jetzt in Madrid gestorben.

Aranda hatte sich nicht nur als Regisseur einen Namen gemacht, er schrieb auch erfolgreich Drehbücher und zählte in seinem Heimatland zu den prägenden Filmemachern seiner Generation. Am frühen Dienstagmorgen sei Aranda in seiner Madrider Wohnung gestorben, teilte die spanische Filmakademie der Nachrichtenagentur dpa mit.

Vicente Aranda wurde 1926 in Barcelona geboren. 1952 emigrierte er mit 22 Jahren aus politischen Gründen vor dem Franco-Regime nach Venezuela. Bis 1955 lebte er in Südamerika und verdiente sein Geld mit Gelegenheitsjobs. Nach seiner Rückkehr Mitte der Fünfziger Jahre kam er in Kontakt mit jungen Filmemachern in Spanien. Mit dem erklärten Ziel Regisseur zu werden, bewarb er sich an der Filmhochschule in Madrid, wurde dort aber wegen fehlender Abschlüsse abgelehnt.

Erfolg ohne Filmhochschule

Seinen Weg als Regisseur hat Aranda trotzdem gemacht. Das Filmemachen brachte er sich selbst bei. Mit seinen sehr eigenen Filmen wurde er zu einem der wichtigsten politischen Regisseure Europas. Viele seiner Produktionen wurden für internationale Preise auf den großen Festivals in Cannes, Venedig und auf der Berlinale nominiert. Er widmete sich mit seinem Filmen explizit politischen Themen und gehörte damit zu einem der wichtigsten Vertreter der "Schule von Barcelona", die sich stark an der französischen "Nouvelle Vague" orientierte.

Dementsprechend gehörte eine völlig neue Ästhetik und die radikale Behandlung von Tabuthemen auch bei Vincente Aranda zu seiner filmischen Handschrift, mit der er Generationen von jungen spanischen Filmemachern geprägt hat. Ähnlich wie seines Regiekollegen Louis Bunuel stellte Aranda oft die Dekadenz der spanischen Bourgeoisie ins Zentrum seiner Filme.

Starke filmische Handschrift

Mit seinen historisch-politischen Kinofilmen, u.a. über die Anarchisten im spanischen Bürgerkrieg ("Libertarias"), erregte er auch international Aufsehen. Zu den bekanntesten Filme des mehrfach ausgezeichneten Drehbuchautors und Regisseurs gehört auch "Amantes" (Die Liebenden), für den er 1962 den spanischen Goya für die Beste Regie und den Besten Film erhielt. Jeweils 1991 und 1998 war er mit einem Film auf der Berlinale für einen Goldenen Bären nominiert. Insgesamt drehte Vincente Aranda mehr als 30 Kinofilme.

hm/as (dpa/imdb/el pais.com)

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