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Kultur

Film als Chefsache

Er wird gern als der "deutsche Oscar" gerühmt: der Deutsche Filmpreis. Am vergangenen Wochenende wurden die besten Produktionen des Jahrgangs 2001 mit der wertvollen Auszeichnung geehrt.

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Siegerin des Abends: Caroline Link und ihr Film "Nirgendwo in Afrika"

Der Deutsche Filmpreis ist das Kernstück der Filmförderung der Bundesregierung. Die quasi staatliche Auszeichnung ist dem Kulturstaatsminister der Bundesregierung, Julian Nida-Rümelin, zugeordnet. Dem Produzenten eines ausgezeichneten Filmes werden Preisgelder in erheblicher Höhe zugewendet, die – zweckgebunden - für die Herstellung eines neuen Films verwendet werden müssen. Nach der jüngsten Budgetaufstockung im Februar 2000 flossen auf diesem Weg im vergangenen Jahr 2,8 Millionen Euro in die heimische Filmindustrie.

Deutscher Filmpreis Logo

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Die Film-Trophäe gibt es seit 1951, seitdem wurden mehr als tausend Auszeichnungen im Wert von fast 40 Millionen Euro vergeben.

Mut machen

Der deutsche Film spielt bei den großen Filmfestivals in Cannes und Venedig kaum noch eine Rolle. Um so wichtiger ist es, den Film im eigenen Land zu feiern.

Die Preise wurden bei einer festlichen Gala überreicht, 2000 Gäste waren geladen, Bundeskanzler Gerhard Schröder hielt die Eröffnungsrede. Gern hörten die Filmschaffenden die lobenden Worte des Kanzlers über die Qualität deutscher Produktionen: "Der deutsche Film ist auf der Erfolgsspur", meinte Schröder.

Zumindest auf dem heimischen Markt ist diese Aussage zutreffend. Im vergangenen Jahr betrug der Marktanteil deutscher Filme 18 Prozent und erreichte damit einen Spitzenwert.

Die Preisträger

Den Deutschen Filmpreis in Gold (500.000 Euro) gewann "Nirgendwo in Afrika" der Regisseurin Caroline Link. In insgesamt fünf Kategorien räumte die Familiensaga um eine jüdische Auswandererfamilie in den 30er Jahren ab. Die Silbernen Trophäen (je 400.000 Euro) gingen an die ostdeutsche Milieustudie "Halbe Treppe" von Andreas Dresen und an den Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale "Heaven" von Tom Tykwer, der die Liebesbeziehung einer Attentäterin zu einem Polizisten erzählt.

Daniel Bruehl

Daniel Brühl

Ein besonderes Geburtstagsgeschenk konnte Daniel Brühl in Empfang nehmen. Für seine Darstellung in "Nichts bereuen", "Das weiße Rauschen" und "Vaya con dios" wurde er als bester Hauptdarsteller geehrt. Der 24-Jährige wird als außergewöhnlicher Shooting-Star gefeiert - er besuchte nie eine Schauspielschule.

Martina Gedeck wurde für ihre Rolle in "Bella Martha" von der Jury als beste Darstellerin ausgewählt.

Erstmals kamen auch Kinder- und Dokumentarfilme zu Ehren. Mit "Black Box BRD" wählten die Juroren eine durchaus provokante Dokumentation aus. Auf sensible Weise zeichnete der Filmemacher Andres Veiel zwei Lebenswege nach, die unterschiedlicher nicht sein könnten: den des von der RAF ermordeten Deutsche-Bank-Managers Alfred Herrhausen und den von Wolfgang Grams, des getöteten mutmaßlichen RAF-Terroristen.

Bei den Kinderfilmen hatte "Das Sams" die Nase vorn.

An Michael "Bully" Herbig kam der Deutsche Filmpreis in diesem Jahr natürlich nicht vorbei. Für seine Western-Persiflage "Der Schuh des Manitu", dem erfolgreichsten Film in 2001, erhielt er den Sonderpreis.

Auf der sicheren Seite

Insgesamt betrachtet entschied die Preis-Jury nicht sonderlich mutig. Mehrheitsfähige, dem breiten Publikumsgeschmack entsprechende Filme wurden honoriert. Herausragende, weil verstörende, irritierende Produktionen blieben im Hintergrund. Dazu zählten in der vergangenen Saison "Das weiße Rauschen" von Hans Weingartner und "Der Felsen" von Dominik Graf. (kas)

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  • Datum 17.06.2002
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