1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Filme

Film ab für Afrika

Selten gelangt der afrikanische Film hierzulande auf die große Leinwand. Das Berliner Haus der Kulturen der Welt schließt eine Lücke: "Cinema Africa" präsentiert die Glanzlichter aktueller Produktionen.

default

Leuchtende Farben und verzauberndes Licht

Zum fünften Mal bereits entführt das Festival auf den schwarzen Kontinent. Eine Veranstaltung, die in Deutschland bislang kein Pendant findet. Generell hat es der afrikanische Film schwer in die europäischen Kinos Einlass zu finden. Neben den schmalen Budgets der Filmemacher benennt Doris Hegener, Co-Kuratorin der 30 Filme umfassenden Schau, das Fehlen eines funktionierenden Verleihsystems als Hauptgrund.

Mythen in Farbe

Si-Gueriki, La Reine Mère - Filmszene

So groß wie der Kontinent, so unterschiedlich sind die Konzepte der Filmemacher. DW-WORLD befragte Doris Hegener, ob es dennoch etwas gebe, was den afrikanischen Film in besonderer Weise auszeichnet. Beeindruckende Farbenpracht und Lichtführung, das sei der Aspekt, den sie zuerst hervorhebt. Nicht selten käme eine erzählerische Struktur hinzu, die auf Europäer eine ebenso starke Faszination ausübe. Besonders in Westafrika, wo die mündliche Tradition besonders ausgeprägt ist, werden häufig Mythen im Film überliefert.

Vorkoloniale Legende in neuem Licht

"Sia – Der Traum des Python" verdeutlicht diese Charakteristika. In der aktuellen Auswahl nimmt er einen Spitzenplatz ein. Der Film aus Burkina Faso erzählt die Geschichte eines Dorfes, das jedes Jahr die schönste Jungfrau einer Python opfern muss. Doch Sia, die Auserwählte, weigert sich dem alten Ritual zu folgen - und bringt eine Revolution in Gange. Die Geschichte von Sia ist eine universelle Parabel auf Macht und deren Missbrauch, hier erzählt in wundervollen Bildern.

Neben dem Preis der Europäischen Gemeinschaft gewann Regisseur Dany Kouaté hierfür in seiner Heimat Burkina Faso auch den Spezialpreis des panafrikanischen Festivals, aus dessen Pool die Berliner Kuratorin größtenteils schöpft.

Gegenwärtig mit Fokus Südafrika

Nicht immer bleibt der Zeitbezug so unbestimmt wie im Falle von "Sia". Im Fokus des diesjährigen "Cinema Africa" steht der junge südafrikanische Film. Der Aufwind, den Südafrikas Filmlandschaft erfahren hat, spiegelt die Aufbruchstimmung im Lande wieder. Nach Abschaffung der Apartheid ist die Frage nach den Konturen einer kulturellen Identität immer noch offen. Regisseur Oliver Schmitz beantwortet sie mit der Action-Komödie "Hijack Stories".

Aus den Townships von Soweto

Hijack Stories - Chinema Africa

Filmtitel: "Hijack Stories", Regie: Oliver Schmitz, "Cinema Africa", ein Festival des afrikanischen Films im Haus der Kulturen

Sox, der Protagonist, kämpft um eine Rolle als Gangster. Sein Ehrgeiz als Schauspieler treibt ihn in die Townships von Soweto, wo er Zana, einem Schulfreund begegnet. Was als Real-Life-Studie des Milieus gedacht war, endet in einem gefährlichen Spiel um Identitäten und einem unvorhergesehenen Rollentausch.

Schwarze Charaktere von einem weißen Südafrikaner gedreht? Vielleicht ungewöhnlich. Die ironische Selbstreflexion, die Oliver Schmitz' Streifen kennzeichnet, ist dafür um so bezeichnender für viele afrikanische Filme, die derzeit in Berlin zu sehen sind. "Der Schritt zur Seite", so Doris Hegener, "wird auch bei ernsten Themen gemacht."

Verkehrte Welt

Ein Video wagt sich in der Satire weit vor: In "Africa Paradis" steht die Welt für 11 Minuten auf dem Kopf: Europa in Elend, Armut und Not. Ein junges französisches Paar - er Informatiker, sie Grundschullehrerin - reiht sich hoffnungsvoll in die Schlange vor der "Botschaft der Vereinigten Afrikanischen Staaten". Doch die Ausreise ins neue Paradies gestaltet sich komplizierter als gedacht. "Versuchen Sie es in einem Jahr noch mal," rät ihnen der schwarze Beamte abschließend mit einem breitem Grinsen.

Nicht nur der afrikanischen Community in Berlin bietet der kurze satirische Streifen Anlass zur Heiterkeit. Auch alle anderen lachen befreit: Noch geht es uns bestens!

WWW-Links

Symbolbild Film Festival roter Teppich

Dossier KINO Favoriten: Die Besten des deutschen Films

Was sind die besten Dramen, die lustigsten Komödien, die Top-Schauspielerinnen und die größten Leinwandhelden? In der Serie "KINO Favoriten" präsentiert das DW-Filmmagazin seine ganz persönliche Auswahl.