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Frankreich

Fillon wird Präsidentschaftskandidat der Konservativen

Bei den Vorwahlen der Konservativen zum Präsidentschaftsamt hat François Fillon nach ersten Auszählungen rund 67 Prozent der Stimmen erhalten. Sein Widersacher Alain Juppé räumte die Niederlage ein.

Bereits in der ersten Runde der Vorwahl hatte sich François Fillon mit gut 44 Prozent der Stimmen überraschend deutlich durchgesetzt. Juppé kam in der ersten Runde auf 28,6 Prozent. Viele hatten mit einer Stichwahl zwischen dem Rechten-Veteran Juppé und Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy gerechnet. Doch der Aufstieg von Fillon bedeutete das Aus für Sarkozy in der ersten Runde. Dieser hatte lange als Parteichef der konservativen Republikaner an seinem politischem Comeback gearbeitet. Sarkozy hatte sich nach der Niederlage aus der Politik zurück gezogen.

Fillon gilt als Reformer. Er plädiert für einschneidende Änderungen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik. So hatte er den Franzosen für den Fall eines Wahlsiegs "radikale" Reformen versprochen. Er will die Staatsausgaben binnen fünf Jahren um 100 Milliarden Euro senken und rund 500.000 Stellen im öffentlichen Dienst streichen. Der 62-Jährige will außerdem Steuern und Abgaben für Unternehmen senken, die 35-Stunden-Woche abschaffen und das Renteneintrittsalter von 62 auf 65 Jahre anheben. Zudem fordert er ein besseres Verhältnis zu Russland.

Alain Juppe bei der Stimmabgabe (Reuters/R. Duvignau)

Alain Juppe bei der Stimmabgabe

Die Präsidentenwahl ist im April und Mai kommenden Jahres geplant. Fillon werden nun gute Chancen eingeräumt, die Wahl zu gewinnen. Potenzielle Gegnerin ist die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Der Chefin der Rechts-Außen-Partei werden in der ersten Runde der Präsidentenwahl bis zu 30 Prozent der Stimmen zugetraut.

Streit bei Sozialisten

Am Wahlsonntag erhöhte Premier Valls den Druck auf den unbeliebten Staatschef Hollande, 2017 auf eine erneute Kandidatur zu verzichten. In einem Interview mit der Zeitung "Le Journal du Dimanche" schloss der Regierungschef eine Kandidatur bei der Präsidentschaftsvorwahl der Sozialisten nicht aus - auch gegen Hollande. "Angesichts der Verunsicherung, des Zweifels, der Enttäuschung, der Vorstellung, dass die Linke keine Chance hat, will ich diesen Mechanismus durchbrechen, der uns in die Niederlage führen wird", sagte Valls. Die Kandidatenwahl der Sozialisten im Januar müsse der Partei neuen "Elan und Hoffnung" geben.

Hollande will bald bekanntgeben, ob er für eine zweite Amtszeit kandidiert. Umfragen sagen ihm derzeit keine Chancen auf eine Wiederwahl voraus. Viele Sozialisten wollen deshalb, dass er auf eine Kandidatur verzichtet und Platz für einen anderen Kandidaten macht.

cgn/hf (afp, dpa, rtr)

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