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Wahlkampf in Frankreich

Fillon beschuldigt Hollande der Verschwörung

Der schwer angeschlagene Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen, Fillon, gibt noch nicht auf. Im Gegenteil: In einem TV-Interview erhebt er schwere Anschuldigungen gegen Staatschef Hollande.

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Fillon wirft Hollande Verschwörung vor

François Fillon hat Präsident François Hollande vorgeworfen, gezielt vertrauliche Informationen durchsickern zu lassen, um damit seine Kandidatur zu untergraben. Hollande stehe an der Spitze eines "schwarzen Kabinetts", das den Medien Informationen zuspiele, erklärte der konservative Politiker im TV-Sender France 2. Er sprach von einem Staatsskandal und forderte eine Untersuchung.

Fillon bezog sich auf Druckfahnen eines Buches zweier Enthüllungsjournalisten, die er vorab habe einsehen können. Darin werde geschildert, dass Hollande sich sämtliche ihm interessant erscheinenden Protokolle richterlicher Anhörungen in sein Büro schicken lasse. "Das ist ein vollkommener Gesetzesbruch", klagte Fillon.

Das dieser Tage erscheinende Buch sei von Journalisten der Zeitung "Le Canard Enchaîné" geschrieben worden. Diese Reporter seien "weit davon entfernt, meine Freunde zu sein", so der 63-Jährige weiter. Die bedeutendste satirische Wochenzeitung Frankreichs hatte die Enthüllungen um den Verdacht der Scheinbeschäftigung von Fillons Frau und zwei seiner Kinder auf Parlamentskosten ins Rollen gebracht. Seitdem kommen stetig weitere Einzelheiten ans Licht. In den Umfragen liegt Fillon inzwischen deutlich abgeschlagen zurück.

Hollande: Lügnerische Unterstellungen

Frankreich Francois Hollande in Paris (Reuters/C. Hartmann)

Präsident Hollande weist die Vorwürfe scharf zurück

Das Büro von Präsident Hollande widersprach der Darstellung umgehend. Der Staatschef verurteile "mit größtem Nachdruck die lügnerischen Unterstellungen von François Fillon", hieß es in einer Erklärung. Der Präsident habe seine Informationen zum Fall Fillon ausschließlich aus den Medien bezogen.

Vor zwei Tagen waren die Ermittlungen gegen den konservativen Politiker ausgeweitet worden. Neben dem Verdacht der Scheinbeschäftigung wird nun auch der Vorwurf des schweren Betrugs und der Fälschung untersucht.

Die Franzosen wählen am 23. April und 7. Mai in zwei Wahlrunden ihren nächsten Präsidenten. Hollande tritt nicht wieder an.

se/rk (afp, dpa) 

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