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Figur

Vor allem Frauen hadern ständig mit ihr – Politiker sind bestrebt, eine "gute" zu machen – in Dichtung, Kunst und Musik ist manche gar unsterblich geworden. Allemal gilt: Jeder kann eine gute Figur machen.‎

Je wärmer es draußen wird, desto weniger braucht man/Frau sich anzuziehen. Das ist angenehm. Denn wer würde es sich nicht gern leicht machen, zumindest, was die Kleidung betrifft. Das Leben ist schwer genug. Bei "schwer" durchzuckt uns doch der unangenehme Gedanke, ob wir während des langen Winters nicht doch ein bisschen zu viel angesetzt haben, sprich zu schwer oder gar zu dick geworden sind.

Gnadenlose Sommerkleidung

Die luftige, knappe und mitunter schlicht spärliche Sommerkleidung bringt es gnadenlos an den Tag. Die Figur lässt in Richtung rank und schlank zu wünschen übrig. Viele zucken beim Stichwort Figur zusammen; aber wir haben für alle Betroffenen einen Trost: Das rein Äußere, die Körperfigur, wird in unserem Stichwort keine schwergewichtige Rolle spielen. Natürlich bedeutet Figur zunächst einmal Körperform, Gestalt, äußere Erscheinung; und bei dem Ausdruck "eine gute Figur haben" denken wir natürlich an gelungene Proportionen und die vielen schönen Menschen, die uns aus der Werbung und tausend Illustrierten entgegengrinsen.

Aber alles ist relativ. Nicht nur Schönheit ist vergänglich, sondern auch die Schönheitsideale sind es. Eine üppige Rubensfigur zu haben ist heute völlig verpönt. Aber auch was noch vor kurzer Zeit als Topfigur galt, der auf Spargelform getrimmte weibliche Körper, ist interessanterweise von einigen Models selbst in Frage gestellt worden. Aber genug. Jede und jeder kann eine gute Figur machen, denn diese Figur hat mit Idealmaßen nichts zu tun.

Eine gute Figur machen

Mit "der guten Figur" machen, ist das gesamte Erscheinungsbild eines Menschen gemeint. Wie tritt jemand anderen gegenüber auf. Wie spricht er. Wie ist sein Benehmen, wie führt er Verhandlungen, und so weiter. Wir brauchen uns nur unseren Alltag vor Augen zu führen und schon tauchen sie auf: Die lächerlichen, die komischen, die kläglichen Figuren.

Seltsamerweise versieht die Sprache in den negativen Bewertungen das Wort "Figur" in übertragener Bedeutung direkt mit einem Adjektiv. Umgekehrt aber würde es beispielsweise heißen: Frau Soundso hat eine glänzende Figur in den Verhandlungen gemacht. Derzeit haben wir es auf dem Felde der Politik, es ist Wahlkampfzeit, verstärkt und ganz offensichtlich mit "Figuren" zu tun. Oder mit Figurentheater.

Strippenzieher

Zur Ehrenrettung des "Figurentheaters" müssen wir an dieser Stelle Folgendes festhalten: Es ist dies eine hoch entwickelte künstlerische Darstellungsform mit Marionetten oder Puppen. In übertragener, ja endlich können wir figurativer Bedeutung sagen, heißt "Figurentheater", dass die Darsteller sich nur so bewegen können, wie die Strippenzieher es wollen. Marionetten hängen schließlich an Fäden und Puppen machen auch nur das, was die Hand will, die sie führt.

Eine Figur, und damit sind wir endgültig bei der Kunst, kann vieles sein. Sie ist Darstellung eines menschlichen, tierischen oder auch abstrakten Körpers. Da gibt es die Figuren von Bildhauern geschaffen, realistisch, ja naturalistisch, abstrakt, in sämtlichen Stilrichtungen. Auf der Bühne agieren in den Theaterstücken tragische und komische Figuren; in ganz bestimmen Figuren verkörpern sich unverwechselbare Charaktere: Macbeth, Maria Stuart, Faust. Drei markante Beispiele aus einer schier unendlichen Reihe.

Märchenhafte Figuren

Da gibt es Figuren aus der Mythologie des klassischen Altertums, die in bildender Kunst, in Literatur und Musik weiterleben und so unsterblich geworden sind: Prometheus, Sisyphos, Die schöne Helena, Ariadne. Figuren in der Literatur und Dichtung sind handelnde Personen, Gestalten. Ihr Bezug untereinander bestimmt im Wesentlichen das Geschehen in einem Roman oder auch einem Theaterstück.

Besonders reich an Figuren, die in wechselnder Gestalt immer wiederkehren, ist die Märchenliteratur. Bauer, Jäger, Handwerksbursche, Magd, Prinzessin, König, Tod und Teufel. König und Bauer sind aber auch, beinahe hätten wir sie vergessen, Spielfiguren. Im Schachspiel.

Akrobaten

Und ganz zum Schluss noch ein Wort zum Sport. Auch da gibt es Figuren. Nein. Nicht Trainer, Spieler und Manager, sondern jene komplizierten Bewegungsabläufe beim Tanzen, Eislaufen und Kunstreiten, die Teil eines harmonischen Ganzen sind oder zumindest sein sollen. Die Sportlerinnen und Sportler, die sich solcher Betätigung hingeben, müssen allerdings eine ziemlich gute Figur haben, um sie schließlich machen zu können.

Fragen zum Text

Kein Schönheitsideal ist, eine Figur wie auf Bildern von … zu haben.

1. Brueghel

2. Rubens

3. Da Vinci

Jemand, der Marionetten bewegt, ist ein …

1. Puppenspieler.

2. Kartenspieler.

3. Schauspieler.

Eine gute Figur machen bedeutet, …

1. sehr schlank zu sein.

2. sich gut ausdrücken und benehmen zu können.

3. viel Sport zu treiben.

Arbeitsauftrag

Beschreiben Sie in einem Text Ihre Lieblingsfigur aus einer Geschichte oder einem Märchen. Lassen Sie die Gruppe erraten, um welche Figur es sich handelt.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Beatrice Warken

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