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Sport

Figo tritt nicht gegen Blatter an

Der ehemalige Weltfußballer Luis Figo wirft das Handtuch: Der Portugiese zieht seine Kandidatur für das Amt des FIFA-Präsidenten zurück. Dadurch bleibt nur noch ein Gegner für Amtsinhaber Joseph S. Blatter übrig.

Rückzug Nummer zwei: Nach der erwarteten

Absage von Michael van Praag

zieht sich auch der ehemalige Starfußballer Luis Figo zurück. Seinen Schritt acht Tage vor der Wahl des FIFA-Präsidenten am 29. Mai begründete der Portugiese in einem langen Statement, das er auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte.

Sepp Blatter (Foto: pa)

Erst Teufel, dann Jesus: Joseph S. Blatter hat seine FIFA fest im Griff - selbst seine Kritiker

Darin kritisierte der ehemalige Spieler von Real Madrid die bestehenden Verhältnisse im Fußball-Weltverband FIFA, der seit 1998 von Präsident Joseph Blatter gelenkt und geprägt wird. Der 42-jährige Figo findet in seinem Statement deutliche Worte: "Diese Wahl ist keine Wahl. Sie ist eine Volksabstimmung, die nur dazu dient, einem Mann die absolute Macht zu geben. Ich habe in den vergangenen Monaten einige Vorfälle in der ganzen Welt beobachtet, die jeden, der sich einen freien, demokratischen und sauberen Fußball wünscht, nur beschämen können."

Für Figo ist die FIFA "eine Diktatur"

Sein Entschluss zum Rückzug fällte Figo wohl auch im Angesicht des sicheren Sieges von Amtsinhaber Blatter, der bereits so viele Nationalverbände hinter sich weiß, dass alles andere als eine Wiederwahl des Schweizers eine Sensation wäre. "Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie Verbandspräsidenten zunächst FIFA-Führungspersonen mit dem Teufel verglichen - und dann, am nächsten Tag auf der Bühne, mit Jesus Christus. Das wurde mir nicht erzählt, ich habe es selbst erlebt." Figos Aussagen geben einen Einblick in das Innenleben der FIFA, das zuletzt immer wieder Kontroversen und Skandale produzierte.

Figo schrieb, er stehe noch immer zu seinen Ideen und seinem Wunsch, die FIFA aktiv zu erneuern - "und ich stehe zur Verfügung, wenn man mir beweisen kann, dass wir nicht unter einer Diktatur leben". Er kritisierte den Wahlprozess als Abstimmung zur Macht eines einzelnen Mannes - "etwas, das ich nicht bereit bin mitzumachen". Auch der Niederländer van Praag schlug in diese Kerbe: "Die FIFA muss sich verändern und das ist unter dem heutigen Präsidenten unmöglich", sagte er am Donnerstagabend in Amsterdam.

Ist Prinz Ali Hussein ein echter Gegner? Wohl kaum

Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien (Foto: AFP/Getty Images)

Der letzte Gegner für Blatter: Prinz Ali bin al-Hussein

Damit bleiben nur noch Blatter und Prinz Ali bin al-Hussein aus Jordanien für die Wahl übrig, bei der alle FIFA-Nationalverbände je eine Stimme haben. Ein System, das seit Jahren vor allem Sepp Blatter geschickt für sich nutzt, indem er kleine Länder fördert und so seinen Machterhalt sichert. Ob sich hinter Prinz Ali bin al-Hussein nun eine schlagkräftige Opposition gegen Amtsinhaber Joseph S. Blatter formiert, bleibt abzuwarten - realistisch ist eine Abwahl des Schweizers in dieser FIFA aber momentan nicht.

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