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Sport-News

FIFA weist Europarat-Beschluss zurück

Die FIFA hält es nicht für nötig, die Fußball-WM 2022 - wie vom Europarat gefordert - neu zu vergeben. Die Parlamentarier des Europarats sprechen von "extrem zweifelhaften Praktiken" der FIFA.

Es gebe keine rechtliche Verpflichtung, die Vergabe der WM 2022 zurückzunehmen und zu wiederholen, teilte der Fußballweltverband FIFA mit, nachdem die parlamentarische Versammlung des Europarates genau das gefordert hatte. Die FIFA gehe davon aus, dass die WM in Katar Fortschritte in dem Land mit sich bringen werde: "Wir glauben, dass die Weltmeisterschaft 2022 eine einmalige Plattform ist, einen positiven sozialen Wandel voranzubringen in Katar und der umliegenden Region."

Europarat: "Skandalöses" Verhalten der FIFA

Die Parlamentarier des Europarats hatten am Donnerstagabend mit großer Mehrheit den Weltverband FIFA aufgefordert, Katar die WM 2022 wegen massiver Korruptionsvorwürfe zu entziehen. Die Vergabe an das Emirat sei "grundsätzlich von Unrechtmäßigkeiten unterminiert gewesen", hieß es in der verabschiedeten Entschließung. Angesichts miserabler Arbeitsbedingungen auf WM-relevanten Baustellen sei das Verhalten des Weltverbandes "skandalös". Die Versammlung sei "erstaunt über die Leichtigkeit", mit der die Vergabekammer des FIFA-Ethikausschusses den Beschluss zugunsten Katars bestätigt habe. Die teilweise veröffentlichten Ermittlungen der FIFA-Untersuchungskammer über die Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar zeigten, dass "extrem zweifelhafte Praktiken" im Weltverband weit verbreitet seien - als seien sie "integraler Bestandteil des Systems". Die FIFA scheine nicht in der Lage, den Korruptionsskandalen ein Ende zu setzen.

Der britische Sozialdemokrat Michael Connarty sagte, die Beweise für einen systematischen Stimmenkauf des Votums für Katar seien eindeutig: "Die Mindestsumme für eine Zustimmung betrug 50.000 US-Dollar." Dazu legte er Kopien von Konto-Überweisungen vor. Nach früheren Enthüllungen der britischen Zeitung "Sunday Times" soll Katars ehemaliges FIFA-Exekutivmitglied Mohamed Bin Hamman über 30 nationalen afrikanischen Vertretern hohe Summen gezahlt haben, um ihre Stimmen zu sichern.

sn/jw (sid,dpa)

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