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Sport-News

FIFA-Vizepräsident Grondona tot

Einer von Südamerikas Fußball-Granden ist tot: AFA-Präsident Julio Humberto Grondona stirbt bei einer Operation. Kurz davor bestätigt er einer Zeitung den Rücktritt von Nationaltrainer Alejandro Sabella.

Schock für den argentinischen Fußball: Verbandspräsident Julio Humberto Grondona ist tot, Nationaltrainer Alejandro Sabello angeblich zurückgetreten. Grondona erlag laut argentinischen Medien in einem Krankenhaus in Buenos Aires einem Herzleiden. Er sollte den Angaben zufolge wegen eines Aneurysmas an der Halsschlagader operiert werden. Entsprechende Medienberichte bestätigten am Mittwoch Verbandssprecher Andres Ventura und Südamerikas Fußball-Verband CONMEBOL. Vizepräsident Luis Segura wird zunächst den argentinischen Fußball-Verband führen. "Er ist nicht zu ersetzen", sagte Segura und betonte: "Ich habe einen Freund verloren." Die turnusmäßige Wahl des AFA-Präsidiums steht im kommenden Jahr an.

FIFA-Präsident Joseph Blatter kondolierte via Twitter: "Bin sehr traurig über den Verlust eines großen Freundes. Ruhe in Frieden". Argentiniens Mannschaftskapitän Lionel Messi schrieb bei Facebook von einem "wirklich traurigen Tag für die Fußball-Gemeinschaft, für Argentinien und für mich." Medienberichten zufolge unterbrach Messi seinen Urlaub und wollte zur Trauerfeier nach Buenos Aires reisen.

Korruptionsvorwürfe

Der 82-jährige Grondona hatte Argentiniens Fußballverband 35 Jahre lang geführt. Er war seit 1988 Mitglied in der Exekutive des Fußball-Weltverbandes FIFA. "Don Julio" übernahm das Amt des AFA-Chefs 1979, ein Jahr nachdem Argentinien bei der Heim-WM den Weltmeistertitel holte und noch zu Zeiten der Militärdiktatur. In seine Amtszeit fällt auch der WM-Sieg Argentiniens bei der WM 1986 in Mexiko und die Finalteilnahmen 1990 und 2014. Gegen den Topfunktionär und mächtigen Verbündeten von FIFA-Chef Blatter gab es immer wieder auch Korruptionsvorwürfe. Grondonas Sohn war in einen Ticketskandal bei der WM in Brasilien verwickelt. Kritiker warfen Julio Grondona zudem vor, nicht genügend gegen die Gewalt in Argentiniens Fußball-Liga zu unternehmen.

Sabella offenbar zurückgetreten

Kurz vor seinem Tod hatte Grondona der argentinischen Zeitung "La Nacion" bestätigt, dass sich Vize-Weltmeister Argentinien zweieinhalb Wochen nach dem verlorenen WM-Finale einen neuen Nationaltrainer suchen muss, da Alejandro Sabellas intern seinen Rücktritt erklärt hat. Ein "Mangel an Energie und die Notwendigkeit einer Erholungspause" seien die Gründe, die Sabella für die Ablehnung einer Vertragsverlängerung angeben habe. Die Entscheidung soll offiziell in den nächsten Tagen verkündet werden. Bereits vor dem WM-Finale gegen Deutschland, dass die Argentinier in der Verlängerung mit 0:1 verloren hatten, hatte Sabellas Berater Eugenio Lopez davon gesprochen, dass der Trainer nach der WM in Brasilien nicht weitermachen wolle.

Die "Albiceleste" bestreiten ihr nächstes Spiel am 3. September in Düsseldorf gegen Deutschland. Wer bei der Neuauflage des

WM-Endspiels

auf der argentinischen Bank sitzen wird, ist noch ungewiss. In Argentinien werden Kolumbiens Trainer José Pekerman und Diego Simeone, der Coach vom Champions-League-Finalisten Atlético Madrid, als mögliche Nachfolger gehandelt.

og/kd (sid, dpa)

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