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FIFA-Ermittler beantragen Blatter-Sperre

7. Oktober 2015

Die Luft für Joseph Blatter wird immer dünner. Die FIFA-Ethikkommission beantragt eine 90-Tage-Sperre gegen den Präsidenten des Fußball-Weltverbands. Das bestätigt ein Berater Blatters. Entschieden sei aber noch nichts.

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FIFA Präsident Joseph S. Blatter. Foto: Getty Images
Bild: Getty Images/P. Schmidli

Das Ende der Ära Blatter steht offenbar unmittelbar bevor. Die FIFA-Ethikkommission will Joseph Blatter, den scheidenden Präsidenten des Fußballweltverbands, für 90 Tage sperren. Das bestätigte Blatters Berater Klaus J. Stöhlker. "Die Nachricht wurde dem Präsidenten heute Nachmittag überbracht. Er bleibt ruhig. Denken Sie daran, dass er der Vater der Ethikkommission ist", sagte Stöhlker. "Es ist vorläufig für 90 Tage, aber er ist nicht wirklich suspendiert. Die Kommission hat noch keine Entscheidung getroffen."

Zeitleist FIFA-Skandal. Infografik: DW

Büro räumen und Stadionverbot

Die rechtsprechende Kammer unter Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert muss nun über den Antrag beraten, eine endgültige Entscheidung soll voraussichtlich am Freitag fallen. Bei einer Sperre müsste Blatter sein Büro im Hauptquartier der FIFA in Zürich räumen. Zudem würde ein Stadionverbot gegen ihn verhängt - seine Zeit beim Weltverband wäre bereits vor den für den 26. Februar geplanten Neuwahlen abgelaufen.

Blatter: Kein vorzeitiger Rücktritt

Gegen Blatter, der die FIFA seit Mitte 1998 führt, wurde Ende September in der Schweiz ein Strafverfahren eröffnet, der Vorwurf lautet Untreue. Die Ermittler werfen dem 79-Jährigen den Verkauf von TV-Rechten für WM-Turniere zu Dumping-Preisen und eine Millionen-Zahlung an UEFA-Präsident Michel Platini vor. Blatter hat wiederholt einen vorzeitigen Rücktritt abgelehnt. "Ich werde am 26. Februar aufhören. Dann ist definitiv Schluss - aber keinen Tag früher", sagte der Schweizer jetzt in einem Interview der Illustrierten Bunte. "Das ist nur eine Untersuchung, keine Anklage", spielte Blatter die Untersuchungen der Schweizer Bundesanwaltschaft ebenso herunter wie die Distanzierung durch die FIFA-Geldgeber Coca Cola, McDonalds, Visa und Anheuser-Busch: "Das sind nur die Amerikaner."

Sanktionen auch gegen Platini und Chung?

Der Senegalese Abdoulaeye Makhtar Diop, Mitglied der Ethikkommission, ließ mitteilen, dass das FIFA-Gremium auch über UEFA-Chef Platini berate. Bei einer Suspendierung wären die Ambitionen des Franzosen auf die Nachfolge Blatters als neuer FIFA-Präsident hinfällig. Diop verkündete, der Fall von Chung Mong-Joon werde ebenfalls geprüft. Der Südkoreaner will wie Platini im Februar für das Amt des höchsten Fußballfunktionärs kandidieren. Chung droht nach eigenen Worten eine Sperre von 19 Jahren. Ihm wird Korruption vorgeworfen. Der Koreaner bezeichnete die Ethikkommission als "Killer im Auftrag von Herrn Blatter" und kündigte an, den FIFA-Boss wegen Unterschlagung und Veruntreuung anzuzeigen.

sn/pg (dpa, sid)