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Sport

FIFA-Chefaufseher Scala tritt zurück

Die FIFA kommt aus den Schlagzeilen einfach nicht heraus: Chefaufseher Domenico Scala sieht nach einer umstrittenen Entscheidung die Reformbemühungen untergraben und will seinen Rücktritt als Weckruf verstanden wissen.

Der Schweizer reagierte damit auf den Beschluss, dass das FIFA-Council für ein Jahr ermächtigt wurde, Mitglieder der eigenen Kontrollinstanzen zu benennen oder zu entlassen. Diese Aufgaben obliegen eigentlich dem Kongress, der Versammlung der 211 FIFA-Mitgliedsverbände. "Die Gremien werden damit faktisch ihrer Unabhängigkeit beraubt und drohen zu Erfüllungsgehilfen derjenigen zu werden, die sie eigentlich überwachen sollten", schrieb der Vorsitzende der Audit- und Compliance-Kommission in seiner Rücktrittserklärung am Samstag.

Die nach vielen Skandalen um Reputation kämpfende FIFA verliert damit den Architekten ihrer Reformagenda. Für ihren Präsidenten Gianni Infantino ist der Rücktritt Scalas eine empfindliche Schlappe. Zumal der als absolut integer geltende Schweizer die Reformbereitschaft des Weltverbandes unter Infantino infrage stellte.

"Eine wesentliche Errungenschaft der Reformen zunichte gemacht"

Mexiko FIFA-Kongress in Mexiko Stadt 2016

Umstrittener Entschluss auf dem FIFA-Kongress in Mexiko-Stadt

"Ob die verabschiedeten Reformpunkte nun tatsächlich mit Fleisch und Blut gefüllt werden, bleibt derzeit offen", schrieb Scala. "Ich bin über diesen Entscheid konsterniert, da damit eine zentrale Säule der Good Governance der FIFA untergraben und eine wesentliche Errungenschaft der Reformen zunichte gemacht wird."

Die FIFA akzeptierte den Abschied Scalas, wies die Vorwürfe jedoch zurück. "Die FIFA bedauert, dass Herr Scala den Zweck der vom FIFA-Kongress getroffenen Entscheidungen falsch interpretiert hat", hieß es in einer Pressemitteilung am Samstag. Die Entscheidung, das Council zu ermächtigen, Mitglieder für die Kontrollinstanzen zu ernennen oder abzuberufen, sei erfolgt, damit die Gremien «ihren Teil zum laufenden Reformprozess" erfüllen können. Die Ausführungen Scalas seien unbegründet. Die FIFA sei fokussiert auf den Reformprozess. Als Beleg wurde vom Fußball-Weltverband die Ernennung von der

Senegalesin Fatma Samoura

zur Generalsekretärin genannt.

Die FIFA hatte in Mexiko die personelle Neu-Aufstellung der Kontrollgremien beschließen wollen. Da aber mehrere Kandidaten den Integritätscheck nicht bestanden haben, wurde das Council ermächtigt, diese Entscheidungen nachzuholen. Der Kongress kommt erst im Mai 2017 wieder zusammen.

sw/og (dpa, sid)

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