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Politik

Fidel Castro tritt im Fernsehen auf

Kubas Staatschef zeigt sich im Fernsehen mit Brasiliens Präsident Lula, der seinen Gesundheitszustand lobt. Zuvor hatte Castro aber erklärt, aus gesundheitlichen Gründen keine Rede vor den Parlamentswahlen zu halten.

dpa

Schwach, aber immer noch präsent: Fidel Castro (Archivbild)

Kubas Staatschef Fidel Castro ist am Mittwoch (16.1.2008) erstmals seit drei Monaten wieder in einem aufgezeichneten Beitrag im staatlichen Fernsehen zu sehen gewesen. Die Aufnahmen zeigen Castro mit dem brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva, zu dem er sagt: "Ich habe mich ziemlich gut gefühlt." Castro wirkte schmal, aber bei klarem Verstand.

Nach einer schweren Darmoperation im Sommer 2006 ist Castro nicht mehr öffentlich aufgetreten, gelegentlich aber in vorproduzierten Fernsehbeiträgen zu sehen. Zuletzt wurde er Mitte Oktober nach einem Treffen mit seinem Verbündeten, Venezuelas Präsident Hugo Chávez, gezeigt.

"Sein Geist ist unglaublich klar"

Lula sagte nach einem Treffen mit Castro am Dienstag (Ortszeit), die Gesundheit des 81-Jährigen sei "einwandfrei" und sein Geist "unglaublich klar". Der "máximo líder" sei "bereit, seine politische Rolle in Kuba auszufüllen." Lula verglich Fidel Castro, der die Amtsgeschäfte nach seiner Operation an seinen jüngeren Bruder Raúl übertragen hatte, mit einem Sportler, der sich wieder auf Wettkämpfe vorbereitet.

Kuba Fidel Castro Brasilien Präsident Luis Inacio Lula da Silva

Zwei, die sich verstehen: Castro (li.) und Brasiliens Präsident Lula

Lula war am Montagabend zum zweiten Mal in seiner Amtszeit zu einem Besuch in Havanna eingetroffen. Am Dienstag unterzeichneten er und Raúl Castro in Havanna eine Reihe von Wirtschaftsabkommen. Brasilien will sich unter anderen an der Erdölförderung vor der Golfküste Kubas beteiligen und dem Land weitere Kredite zur Verfügung stellen.

Zu schwach für eine Wahlkampfrede

Einwandfrei scheint Castros Gesundheitszustand aber nicht zu sein, denn der Staatschef will vor der Parlamentswahl in Kuba am Sonntag keine Rede halten. Sein Gesundheitszustand erlaube es ihm nicht, zu den Bürgern seines Wahlkreises zu sprechen, erklärte er in einer Stellungnahme, die am Mittwoch in den staatlichen Medien verbreitet wurde.

"Ich habe nicht die notwendige physische Kraft, um direkt zu den Nachbarn der Gemeinde zu sprechen, die mich für die Wahlen am kommenden Sonntag aufgestellt haben, also tue ich das, was ich kann: Ich schreibe", ließ Castro verkünden.

Die Amtsgeschäfte des Präsidenten führt seit dem Sommer 2006 sein Bruder Raúl. Formell ist Castro aber weiterhin Vorsitzender des kubanischen Staatsrats und damit Regierungschef. Für die Wahl der Nationalversammlung am 20. Januar steht er auf der Kandidatenliste. Das Parlament bestimmt nach der Wahl einen neuen Staatsrat. Welche Rolle Castro dabei spielt, ist noch offen. (tos)

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