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Wirtschaft

Fiat will drei Opel-Standorte erhalten

Drei von vier deutschen Opel-Werken bleiben - so sehen die Übernahme-Pläne von Fiat aus. Wirtschaftsminister Guttenberg hat sich mit Fiat-Chef Marchionne getroffen. Guttenbergs Bilanz: Das Konzept sei "interessant".

Die Logos von Opel und Fiat (Foto: dpa)

Opel und Fiat bald ein Unternehmen?

Bei dem Gespräch am Montag (04.05.2009) zwischen Guttenberg und Marchionne wurde bekannt, dass Fiat im Falle einer Übernahme die drei deutschen Opel-Standorte in Rüsselsheim, Bochum und Eisenach erhalten will. Offen sei die Zukunft von Kaiserslautern. Dort sehe Fiat "Konsolidierungsbedarf", sagte der Wirtschaftsminister. Insgesamt sei das Konzept von Fiat interessant, müsse aber noch geprüft werden.

Vor dem Treffen hatte Guttenberg betont, er sei nach wie vor völlig offen gegenüber jedem Investor. Bei dem Gespräch mit Fiat-Chef Marchionne könne es noch nicht um irgendwelche Entscheidungen gehen.

Guttenberg verweist auf Opel-Mutter GM

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (Foto: dpa)

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg

Zunächst müsse man ohnehin eine Einigung von potenziellen Investoren mit dem US-Mutterkonzern von Opel, General Motors, abwarten. GM kämpft in den USA um sein Überleben, der Konzern wird derzeit nur durch staatliche Gelder vor dem Zusammenbruch bewahrt. Opel will sich daher von GM trennen. Die Bundesregierung hat einem Investor staatliche Bürgschaften in Aussicht gestellt.

Guttenberg betonte, die Sicherung der deutschen Standorte sei ein ganz wesentlicher Gesichtspunkt für die staatliche Unterstützung, die "kommen könnte". Es gehe darum, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu sichern.

IG Metall bleibt skeptisch

Der Vertreter der IG Metall im Opel-Aufsichtsrat, Armin Schild, bekräftigte seine Kritik an einer eventuellen Fusion von Fiat und Opel. Beide Autobauer seien "direkte Konkurrenten", die "mit in etwa vergleichbaren Fahrzeugen auf den gleichen Märkten unterwegs" seien, sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Schild rief die Bundesregierung auf, sich bei der Entscheidung über die Zukunft des Rüsselsheimer Autobauers nicht unter Zeitdruck setzen zu lassen.

Fiat-Chef Sergio Marchionne (Foto. AP)

Fiat-Chef Sergio Marchionne

Fiat-Chef Marchionne trifft in Berlin auch Bundesaußenminister und SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zusammentreffen. Steinmeier hat ebenso wie die der Opel-Betriebsrat Sympathien für den kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna erkennen lassen, der ebenfalls ein Interesse an einem Einstieg bei Opel bekundet hat.

Dreier-Fusion angestrebt

In einem Gespräch mit der britischen Zeitung "Financial Times" nannte Marchionne Einzelheiten seiner Pläne für Opel. Aus Fiat, dem US-Autobauer Chrysler und dem Europa-Geschäft von General Motors solle eine neue Aktiengesellschaft gebildet werden. Dieser Konzern solle jährlich sechs bis sieben Millionen Autos herstellen und zur weltweiten Nummer zwei hinter Toyota aufsteigen. Marchionne wörtlich: "Aus technischer und industrieller Sicht ist das eine im Himmel geschlossene Hochzeit". Durch eine Fusion von Fiat und Opel könnten jährlich rund eine Milliarde Euro eingespart werden.

Nach Berechnungen der "Financial Times" auf der Grundlage ähnlicher Fusionen in der Vergangenheit könnte ein derartiger Zusammenschluss zum Abbau von bis zu 9000 Arbeitsplätten führen. Opel beschäftigt an seinen vier Standorten in Deutschland rund 25.000 Frauen und Männer. Fiat hat weltweit rund 185.000 Mitarbeiter.

Bereits Partnerschaft mit Chrysler

Erst am vergangenen Donnerstag hatte Fiat einen 20-Prozent-Anteil an Chrysler übernommen. Gleichzeitig hatte der US-Konzern seine Insolvenz erklärt. Der drittgrößte US-Autoproduzent soll nach dem Willen der Regierung in Washington unter Gläubigerschutz saniert werden. Dafür stellte das US-Finanzministerium weitere acht Milliarden Dollar bereit. (wl/sams/ako/dpa/ap/rtr/afp)

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