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Wirtschaft

Fiat-Chef übernimmt Steuer bei Chrysler

Der Verkauf des US-Autobauers Chrysler an Fiat ist perfekt. Die beiden Konzerne haben die Übernahme besiegelt, nachdem das Oberste US-Gericht den Weg freigemacht hatte. Fiat-Chef Marchionne führt nun auch Chrysler.

Fiat- und Chrysler-Chef Marchionne in seiner ersten Ansprache an die Chrysler-Beschäftigten (Foto: AP)

Optimistisch in die gemeinsame Zukunft: Fiat- und Chrysler-Chef Marchionne

Das US-Finanzministerium zeigte sich zufrieden. Chrysler habe durch die Allianz mit Fiat das Insolvenzverfahren hinter sich gelassen und sei der Liquidation entgangen. Das Unternehmen werde nun wieder zu einem wettbewerbsfähigen Autohersteller. Die US-Regierung sagte der neuen, gesundgeschrumpften Chrysler Group LLC weitere Staatskredite in Höhe von 4,7 Milliarden Dollar zu. Die Summe soll in acht Jahren mit Zinsen zurückgezahlt werden.

Marchionne: "Chrysler profitiert von Fiat-Allianz"

Fiat- und Chrysler-Chef Marchionne (Foto: AP)

Sergio Marchionne soll neben Fiat auch Chrysler führen

Unmittelbar nach dem Übernahme-Beschluss wurde der Vorstandsvorsitzende von Fiat, Sergio Marchionne, zum Chef der neuen Chrysler-Gruppe ernannt. "Chrysler ist jetzt ein schlankerer Konzern, der von der globalen Allianz mit Fiat profitieren wird", sagte Marchionne. Er wolle die Produktpalette des Herstellers in den USA und im Ausland erweitern und dabei "auf Chryslers Kultur der Innovation und auf Fiats ergänzende Technologie und Erfahrung" aufbauen.

In einem ersten Schritt übernimmt Fiat 20 Prozent an Chrysler, nach und nach soll der Anteil dann auf 35 Prozent ausgebaut werden. Fiat bezahlt den Einstieg beim drittgrößten US-Autobauer nicht mit Geld, sondern mit technischem Wissen. 55 Prozent von Chrysler gehen an die Gewerkschaft der Autoarbeiter, zehn Prozent an die Regierungen der USA und Kanadas. Im Falle einer erfolgreichen Sanierung kann Fiat seinen Anteil noch weiter ausbauen und langfristig die Mehrheit an Chrysler übernehmen.

Letzte Rettung vor dem endgültigen Aus

Mit der Übernahme entgeht Chrysler der Liquidation. Der Autobauer war seit Monaten mit staatlichen Milliardenhilfen am Leben gehalten worden. In den vergangenen Wochen hatte sich Chrysler im Insolvenzverfahren von milliardenschweren Schulden und hohen Arbeitskosten befreit. Das Händlernetz wurde drastisch verkleinert.

Der Konzern kündigte an, die während des Verfahrens gestoppte Produktion bald wieder aufnehmen zu wollen. Das neue Unternehmen will sich auf den Bau kleinerer Autos konzentrieren - ein Gebiet, auf dem Chrysler früher Schwächen hatte. Wie es heißt, ist die Entwicklung neuer, umweltfreundlicher und sparsamer Autos bereits im Gang. Sie sollen ein Markenzeichen des neuen Konzerns werden.

Klagen von Investoren hätten den geplanten Einstieg von Fiat bei Chrysler beinahe noch zu Fall gebracht. Vor Gericht hatten die Kläger zunächst Recht bekommen, bis der Oberste Gerichtshof den Beschluss am Dienstag aufhob und damit den Weg für die Allianz freimachte.

Schneller Abschluss des Insolvenzverfahrens

Der Abschluss gilt als großer Erfolg von US-Präsident Barack Obama. Experten hatten sein Ziel angezweifelt, Chrysler über ein Insolvenzverfahren innerhalb weniger Wochen zu sanieren. Tatsächlich dauerte das Verfahren nur gut fünf Wochen.

Der ungewöhnlich schnelle Abschluss der Verfahrens gibt auch General Motors Anlass zur Hoffnung. Der größte US-Autobauer will sich ebenfalls über ein Insolvenzverfahren sanieren. Dafür wird eine Zeitspanne von 60 bis 90 Tagen angepeilt. Die Sanierung des vormaligen Opel-Mutterkonzerns gilt allerdings als komplizierter. (fw/wa/dpa/rtr/ap/afp)

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