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Sport

Feuertaufe für Olympia-Bewerbung

Am Sonntag endet das Referendum über die Bewerbung Hamburgs um die Olympischen Sommerspiele 2024. Die Olympia-Planer verbreiten Optimismus, obwohl einige Fragen noch ungeklärt sind.

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Olympia-Referendum: Hamburg stimmt ab

Der Countdown läuft. Noch bis Sonntag können die Hamburger und Kieler in einem Referendum über die Bewerbung Hamburgs um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2024 abstimmen. Die Kieler werden befragt, weil dort die Segelwettbewerbe ausgetragen werden sollen. Die nötige Wahlbeteiligung von 20 Prozent, damit das Referendum gültig ist, wurde bereits um 100 Prozent übertroffen: 40 Prozent der Hamburger und Kieler haben ihre Stimme schon abgegeben. "Die hervorragende Wahlbeteiligung, die sich abzeichnet, zeigt, dass das Projekt Olympische Spiele in der Stadtgesellschaft angekommen ist", sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Scholz sieht keine Sicherheitsprobleme

Sind die Hamburger wirklich "Feuer und Flamme" für Olympia, wie es der Slogan der Olympiaplaner suggeriert? Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz nimmt nach eigenen Worten "eine sehr positive Stimmung" bei den Bürgern seiner Stadt wahr. Er glaube auch nicht, dass die Terroranschläge von Paris und daraus resultierende Befürchtungen um die Sicherheit Auswirkungen auf das Referendum hätten, sagte der SPD-Politiker im ZDF-Morgenmagazin: "Ich glaube, dass es Möglichkeiten gibt, Olympische Spiele und große Sportereignisse sicher zu organisieren. Der Vorteil ist ja, dass man sich jahrelang vorbereiten kann."

Konkurrenten verzichten auf Abstimmungen

Hamburg ist der einzige der fünf Bewerber um die Spiele 2024, der seine Bürger über die Kandidatur entscheiden lässt. Paris, Rom, Los Angeles und Budapest verzichten auf Referenden. Bei einer Umfrage Anfang November sprachen sich 56 Prozent der Hamburger für Olympische Spiele in ihrer Stadt aus, acht Prozent weniger als noch im vergangenen Frühjahr. Er sei sich sicher, dass eine Mehrheit für Olympia stimmen werde, sagte Scholz: "Am Anfang soll das Referendum stehen, sonst kann man die lange Strecke bis 2024 nicht gehen." Die letzte Olympiabewerbung einer deutschen Stadt, jene Münchens um die Winterspiele 2022, war vor zwei Jahren am Widerstand der eigenen Bürger gescheitert.

Computeranimation des geplanten Olympiageländes auf dem Kleinen Grasbrook. Foto: dpa-pa

Das geplante Olympiagelände auf dem Kleinen Grasbrook

Kurze Wege und nachhaltig

Die Hansestadt wirbt mit einem Konzept der kurzen Wege. "Wir wollen Olympia mitten in die Stadt holen", sagt Scholz. "Das ist etwas ganz Besonderes, weil es woanders eben nicht möglich ist." Fast alle Sportstäten wären für Zuschauer und Athleten innerhalb von 30 Minuten "zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar", ergänzte Hamburgs Innensenator Michael Neumann, der für den Sport zuständig ist. Außerdem sollen die Spiele nachhaltig wirken. Aus dem geplanten olympischen Zentrum im Hafengelände soll später ein neuer Stadtteil entstehen.

Wer zahlt?

Hörmann, De Maizière, Scholz mit einem Olympia-Paddel. Foto: Getty Images

Für Olympia: Hörmann, De Maizière, Scholz

Die Olympia-Gegner verweisen vor allem auf die hohen Kosten. Der Senat hat ein Budget von 11,2 Milliarden Euro veranschlagt. Zum Vergleich: Paris kalkuliert mit knapp über sechs Milliarden Euro. "Wir haben ganz bewusst mögliche höhere Aufwendungen eingerechnet, um auf Unvorhersehbares vorbereitet zu sein", sagt Scholz. Zieht man die erwarteten Einnahmen von 3,8 Milliarden Euro ab, bleiben Kosten von 7,4 Milliarden. Davon will Hamburg maximal 1,2 Milliarden tragen, den Rest von 6,2 Milliarden Euro soll der Bund beisteuern. Eine entsprechende Zusage aus Berlin steht jedoch aus. "Da werden wir uns am Ende schon einigen", versprach Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Der CDU-Politiker bezeichnete die Bewerbung Hamburgs als "wichtiges Investment in die Zukunft unseres Landes".

DFB unterstützt Olympiabewerbung

Rückendeckung erhielten die Hamburger Olympia-Planer auch vom Deutschen Fußball-Bund (DFB). "Die Bewerbung ist nicht nur für Hamburg, sondern für ganz Deutschland eine einzigartige Chance, die wir nutzen sollten", ließen die beiden DFB-Interimspräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball erklären. "Olympische Spiele bringen nicht nur die Athleten aus aller Welt zusammen, sondern viele innovative Ideen und Zukunftsprojekte für den Sport und unser Land auf den Weg." Es sei auch kein Problem, so Koch und Rauball, dass sich der DFB um die Fußball-Europameisterschaft 2024 bewerben wolle: "Wir sind überzeugt, dass beide Großereignisse in einem Jahr möglich sind und würden uns freuen, wenn die Mehrheit der Hamburger mit einem Ja für Hamburg 2024 stimmt."

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