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Aktuell Nahost

Feuerpause im Gaza-Krieg verlängert

Israelis und Palästinenser ringen weiter um die Bedingungen für eine dauerhafte Waffenruhe. Um Zeit zu gewinnen, verständigten sie sich nun auf eine Verlängerung der aktuellen Feuerpause - zunächst aber nur um einen Tag.

Eigentlich wäre die jüngste Feuerpause im Gaza-Krieg in der Nacht zum Dienstag - um Mitternacht Ortszeit (MESZ: Montag, 23 Uhr) - ausgelaufen. Doch nun sollen die Waffen zumindest noch weitere 24 Stunden schweigen, wie ein hochrangiger Vertreter der Palästinenser am Montagabend in Kairo mitteilte. Darauf hätten sich beide Seiten verständigt. So solle eine Fortsetzung der Verhandlungen in der ägyptischen Hauptstadt über eine dauerhafte Waffenruhe ermöglicht werden, sagte das Delegationsmitglied. Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, mit der Verlängerung der Feuerpause habe man einer Bitte der ägyptischen Vermittler entsprochen.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor mit einer "harten Antwort" der Arme gedroht, sollte sein Land erneut mit Raketen angegriffen werden. "Wir sind bereit für alle Szenarien (...) Die Armee ist bereit, mit Stärke zu antworten, wenn die Schüsse wieder beginnen", sagte Netanjahu bei einem Treffen mit Verteidigungsminister Mosche Jaalon. Die am 8. Juli gestartete israelische Militäroffensive werde solange weitergehen, bis das Ziel erreicht sei, nämlich "Ruhe und Sicherheit" für Israel, fügte der Ministerpräsident hinzu. Jaalon erklärte, die vor sechs Wochen begonnene Offensive im Gazastreifen sei noch nicht abgeschlossen. Es werde der radikal-islamischen Hamas nicht gelingen, Israel in einen Zermürbungskrieg zu verwickeln, so Jaalon.

Starre Positionen

Bei den indirekten Verhandlungen in Kairo konnten sich die israelischen und palästinensischen Unterhändler bisher nicht auf eine dauerhafte Waffenruhe einigen. Die israelische Nachrichtenseite "ynet" berichtet, Israel bestehe unter anderem auf strengen Einfuhrkontrollen in den Gazastreifen, die eine Wiederbewaffnung militanter Palästinenser verhindern sollten. Die Hamas lehne dies ab und fordere weiter eine Aufhebung der Blockade des Gazastreifens sowie die Einrichtung eines Seehafens.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wolle schon bald nach Katar reisen, um sich dort mit Hamas-Führer Chaled Maschaal zu beraten, meldeten palästinensische Medien. Anschließend werde Abbas in Kairo erwartet.

In dem seit Anfang Juli dauernden Konflikt wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums auf Seiten der Palästinenser bereits mehr als 2000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und drei Zivilisten.

wa/ml (afp, dpa, rtr)