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Aktuell Nahost

Feuerpause für Aleppo laut russischen Angaben um 72 Stunden verlängert

Wenn es stimmt, was aus Russland zu hören ist, dann gibt es für die Menschen in der umkämpften syrischen Provinz ein wenig mehr Hoffnung. Doch halten sich wirklich alle Parteien an die Feuerpause?

Syrien Aleppo Panzer

Trügerische Ruhe? Die Situation in Aleppo

Es gehe darum, eine weitere Verschärfung der Situation in Syrien nicht zuzulassen, teilte am Freitagabend das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die neue Frist habe diesen Samstag um 00.01 Uhr begonnen, hieß es. Russland und die USA hatten sich zunächst auf eine erste Feuerpause in Aleppo für 48 Stunden geeinigt. Moskau ist der wichtigste Partner des Regimes in Damaskus. Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurde auch eine Waffenruhe in Latakia um 72 Stunden verlängert.

Zur Rechenschaft ziehen

Unterdessen hat UN-Generalsekretär Ban Ki Moon gefordert, die Verantwortlichen für die Luftangriffe auf ein syrisches Flüchtlingslager zur Rechenschaft zu ziehen. Ein Sprecher Bans nannte es in New York "schwer vorstellbar", dass die Angriffe versehentlich erfolgt seien. Sie seien anscheinend gezielt geführt worden. Deshalb handle es sich mutmaßlich um ein Kriegsverbrechen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte die Angriffe auf Krankenhäuser als einen Rückschlag für den Friedensprozess. Man dürfe aber in den Bemühungen nicht nachlassen, sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Bundesregierung arbeite umso intensiver mit den Partnern daran, der Waffenruhe wieder Geltung zu verschaffen und damit eine Fortsetzung der Syrien-Konferenz zu erreichen.

Mindestens 28 Tote

Bei der Attacke auf das Flüchtlingslager im Dorf Al-Kammuna in der Provinz Idlib vor der türkischen Grenze waren nach Angaben der oppositionsnahen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mindestens 28 Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt worden. In dem Camp hatten vor allem Familien aus der umkämpften Großstadt Aleppo Zuflucht gesucht.

Sowohl die syrische Führung in Damaskus als auch Moskau bestritten, dass es Luftangriffe auf das Lager gegeben habe. "Kein russisches oder anderes Flugzeug" habe am Donnerstag das Gebiet überflogen, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau laut russischen Medienberichten.

ml/cw (dpa, afp, ap)