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Kultur

Feuer wütete in Moskauer Bibliothek

Ein schwerer Brand hat eine renommierte Bibliothek der Akademie der Wissenschaften in Moskau verwüstet und zahlreiche wertvolle Dokumente zerstört. Die Feuerwehr vermutet, dass ein Kurzschluss den Brand auslöste.

Mehr als 14 Stunden lang kämpften etwa 200 Feuerwehrleute in der Nacht auf Samstag gegen die Flammen. Einsturzgefahr habe die Arbeit der Helfer erschwert, so ein Sprecher der Rettungskräfte. Der Großbrand wütete auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratmetern der Bibliothek des Instituts für Gesellschaftswissenschaften. Das Feuer sei im zweiten Stock ausgebrochen und habe innerhalb weniger Minuten auf das ganze Gebäude übergegriffen, berichteten russische Nachrichtenagenturen. Erst weit nach Mitternacht konnte der Brand gelöscht werden.

Rund 15 Prozent des Bestands vernichtet

"Das ist ein großer Verlust für die Wissenschaft, eine Art Tschernobyl für uns", sagte Direktor Wladimir Fortow am Samstag in Anspielung auf das Atomunglück von 1986. Auch der Vizechef der Akademie, Wladimir Iwanow, nannte den Verlust gegenüber der Nachrichtenagentur Tass eine große Katastrophe. Der Schaden für das Institut ist noch nicht abzusehen; ein Teil der Dokumente war offenbar schon digitalisiert. Angaben über Opfer lagen bisher keine vor. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen wurden rund 15 Prozent des Bestands zerstört oder beschädigt. "Die Wiederherstellung wird Jahre dauern", so Juri Piwowarow, Direktor eines Moskauer Instituts für Geisteswissenschaften.

Das Institut ist das bedeutendste Informationszentrum auf dem Gebiet der Sozial- und Gesellschaftswissenschaften in Russland. In der 1918 gegründeten Bibliothek lagerten rund 14 Millionen Dokumente, darunter Russlands wichtigste Sammlung von Büchern in slawischen Sprachen.

Aus dem Ausland gab es schon mehrere Hilfsangebote, trotz der aktuellen politischen Spannungen boten auch Kollegen aus der Ukraine ihre Unterstützung an.

suc/sp (dpa, tass)