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Aktuell Afrika

Feuer in Treibstoffdepot am Flughafen Tripolis außer Kontrolle

Tripolis steht vor einer Katastrophe: Milizen haben bei Kämpfen ein Treibstofflager am Flughafen der libyschen Hauptstadt in Brand geschossen. Das Feuer ist außer Kontrolle. Es droht eine gewaltige Explosion.

Die Feuerwehr werde wegen der anhaltenden Kämpfen abgezogen, sagte der Sprecher des staatlichen Ölkonzerns NOC, Mohammed Al-Hrari. Weitere Öl- und Gastanks könnten explodieren. Das Feuer sei "außer Kontrolle". Die libysche Regierung teilte mit, auch ein zweiter Treibstofftank sei getroffen worden. Die Lage sei "sehr gefährlich". Sie warnte zugleich vor einer "humanitären und ökologischen Katastrophe", deren Folgen schwer abzusehen seien.

Im Zuge der Kämpfe zwischen verfeindeten Milizen war am Sonntagabend zunächst ein sechs Millionen Liter fassender Treibstofftank an der Straße zum internationalen Flughafen Tripolis von einer Rakete getroffen worden, wie NOC-Sprecher Al-Hrari sagte. Da ein angrenzender Erdgasspeicher mit insgesamt mehr als 90 Millionen Litern Fassungsvermögen Feuer fangen könnte, drohe eine gewaltige Explosion. Diese könne in einem Umkreis von bis zu fünf Kilometern schwere Schäden anrichten. Das Energieministerium rief alle Anwohner dazu auf, sofort aus dem Gebiet zu flüchten.

Gewalt in Tripolis und Bengasi

Auch in der östlichen Metropole Bengasi herrschen Chaos und Gewalt. Bei Gefechten zwischen Regierungskräften und islamistischen Milizen wurden am Wochenende laut Armee und Rettungskräften 28 Menschen getötet. Libyen wird von den schwersten Kämpfen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar Gaddafi vor drei Jahren erschüttert. In Tripolis und in der ostlibyschen Hafenstadt Bengasi kämpfen rivalisierende Milizen gegeneinander. Beobachtern zufolge ist das Militär nicht in der Lage, die Ordnung wiederherzustellen. In den vergangenen zwei Wochen wurden bei den Gefechten rund 160 Menschen getötet.

Angesichts der chaotischen Zustände in Libyen bringen viele Staaten ihre dort lebenden Bürger in Sicherheit. Nach den USA und Großbritannien zog auch Deutschland sein Botschaftspersonal ab. Die Niederlande und Österreich bereiten ähnliche Aktionen in dem ölreichen nordafrikanischen Land vor. Da die Ausländer nicht über den umkämpften Flughafen von Tripolis ausreisen können, versuchen sie es auf dem Landweg oder über den Militärflugplatz Mitiga.

Ausländer sollen Libyen verlassen

Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin teilte mit, dass das Botschaftspersonal vorübergehend in Sicherheit gebracht worden sei. Die Botschaft sei aber nicht geschlossen und werde ihre Arbeit in der Region fortsetzen. Sobald die Sicherheitslage es erlaube, werde das Personal nach Libyen zurückgeschickt. Die Bundesregierung hatte bereits am Sonntag alle Bundesbürger aufgerufen, das nordafrikanische Land zu verlassen.

Am Wochenende hatten die USA und Großbritannien wegen der Kämpfe der Milizen ihr Botschaftspersonal zum Teil unter Militärschutz nach Tunesien gebracht. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums hat die Botschaft des Landes 100 Italienern und Ausländern die Ausreise auf dem Landweg oder in Militärflugzeugen organisiert. Auch die ägyptische Regierung appellierte an hunderttausende ägyptische Gastarbeiter in Libyen, die umkämpften Zonen Tripolis und Bengasi zu verlassen.

cr/kle (dpa, rtr, afp)