1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Europa

Feuer im Atomkraftwerk Cattenom

Die Nachbarn des französischen Atommeilers Cattenom haben genug. Wieder gab es eine Panne, einen Brand mit weit sichtbarer Rauchsäule. Gefahr bestand laut Betreiber nicht. Doch deutsche Politiker fordern Konsequenzen.

Im französischen Atomkraftwerk Cattenom, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt, hat es erneut einen Störfall gegeben. Im nicht-nuklearen Bereich des Atommeilers brach in einem elektrischen Transformator ein Feuer aus, wie der Kraftwerksbetreiber, die staatliche französische Elektrizitätsgesellschaft EDF (Électricité de France), mitteilte. Für die Bevölkerung habe keine Gefahr bestanden. Es sei niemand verletzt worden.

"Das Feuer war nicht sehr groß, aber es war von außen eine Menge Rauch zu sehen", erklärte die Kraftwerksleitung. Der erste der vier Reaktorblöcke habe sich automatisch abgeschaltet, nachdem der Transformator am Freitagnachmittag in Brand geraten sei. Der interne Notfallplan wurde ausgelöst. Ein Teil der Mitarbeiter der Anlage wurde in Sicherheit gebracht. Rund 50 Feuerwehrleute eilten zu der Brandstelle. Den Angaben zufolge gelang es Einsatzkräften des Kraftwerks und der Feuerwehr den Brand zügig unter Kontrolle zu bringen.

Sofort stilllegen – so die Forderung der Nachbarn

Der Vorfall hat auf deutscher Seite erneut für Unruhe und heftigen Protest gesorgt. Die Landesregierungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland forderten eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls. Sie bekräftigten ihre Forderung, das grenznahe AKW abzuschalten. In dem lothringischen Atomkraftwerk war es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Pannen gekommen. Wie auch Luxemburg, fordern die beiden Bundesländer seit längerem, den Meiler sofort stillzulegen.

"Cattenom ist ein für uns nicht akzeptables Risiko in der Großregion", betonte die saarländische Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD). "Cattenom ist und bleibt ein Pannen-AKW", sagte die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne). Wegen wiederholter Zwischenfälle sei es "höchste Zeit", das Kraftwerk vom Netz zu nehmen, erklärte sie. Die Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion im Saarland, Simone Peter, nannte Cattenom eine tickende Zeitbombe.

Die französische Atomaufsicht ASN teilte mit, zwei ihrer Vertreter seien auf dem Gelände, um den Zwischenfall zu untersuchen.

qu/se (dpa, afp)