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Kultur

"Feuer gehört zur australischen Landschaft"

Die australische Natur ist nach den Worten des Frankfurter Tropenwaldexperten Markus Radday an Feuer angepasst und kann sich wieder regenerieren - allerdings nur, wenn sich die Brände nicht zu häufig wiederholen.

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Etwa alle zehn Jahre könnten die Wälder ein Feuer verkraften, sagte Radday von der Umweltstiftung WWF. "Werden die Abstände geringer, kann der Wald auf Dauer zerstört werden."

Regelmäßige großflächige Feuer seien in Australien nicht ungewöhnlich und etwa alle 10 bis 13 Jahre zu erwarten. "Der Kontinent hat das immer verkraftet", sagte Radday. Meist spiele bei den Bränden das Klimaphänomen El Nino eine Rolle, das im südlichen Pazifik für heißere und trockenere Perioden sorgt. Zuletzt sei dies 1983 der Grund für verheerende Feuer in Australien gewesen. Für die aktuelle Katastrophe sei aber eine Verkettung mehrerer Umstände verantwortlich: Das trocken-heiße Wetter, Brandstifter und die Nähe der Millionenstadt Sydney.

Bäume explodieren wie Bomben

Die Brände sind nach Raddays Überzeugung weder aus der Luft noch vom Boden aus zu löschen. Einmal in den trockenen Wäldern angefacht, breite sich das Feuer unaufhaltsam aus. "Die Flammen überspringen mühelos jeden Fluss und auch Staudämme", sagte der Umweltexperte. Hinzu komme der hohe Gehalt an ätherischen Ölen in den Eukalyptusbäumen. "Ein solcher Baum kann wie eine Bombe explodieren, wenn er sich entzündet." Eher langsame Tiere wie Koala-Bären oder Opossums hätten keine Chance, den Flammen zu entfliehen.

Seit der Mensch Australien besiedelt habe, nutze er das Feuer auch bewusst - etwa, um Tiere zu jagen oder das Graswachstum zu fördern, sagte Radday. So hätten die australischen Ureinwohner seit Tausenden von Jahren "Feuerwirtschaft" betrieben und gezielt Brände in der Savanne gelegt. "Viele Landschaften sind erst durch Feuer entstanden." (dpa)