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Sport

Festspiele im Schnee

In einem Jahr, am 7. Februar 2011, wird in Garmisch-Partenkirchen die Ski-WM eröffnet. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Eine erfolgreiche WM soll auch den Weg für Olympische Winterspiele bereiten.

Der Floriansplatz in Garmisch-Partenkirchen (Foto: Markt Garmisch-Partenkirchen)

Winteridylle in Garmisch-Partenkirchen

Rosi Mittermaier und Christian Neureuther halten ein Werbeplakat für die Ski-WM 2011 in Garmisch-Partenkirchen (Foto: Arnulf Boettcher)

Rosi und Christian werben für 2011

Während die Bevölkerung von Vancouver dem Start der Olympischen Winterspiele entgegenfiebert, läuft in Garmisch-Partenkirchen bereits der Countdown für das nächste Wintersport-Highlight: Die alpinen Ski-Weltmeisterschaften, die in einem Jahr am 7. Februar 2011 eröffnet werden. "Das wird ein Wintermärchen“, glaubt "Gold-Rosi“ Mittermaier. Die Doppel-Olympiasiegerin von 1976 ist Botschafterin der Ski-WM im kommenden Jahr und hofft auf eine ähnliche Stimmung wie beim Sommermärchen 2006. "Wenn alle Leute mit so einer Begeisterung hinter dem Ereignis stehen wie bei der Fußball-WM, dann wird es ein richtiges Skifest“. "Festspiele im Schnee", so lautet auch das WM-Motto der Wintersportmetropole unterhalb von Deutschland höchstem Berg, der Zugspitze (2962 Meter).

92 Prozent Gefälle

Slalomfahrer Felix Neureuther am Gudiberg in Garmisch-Partenkirchen. (Foto: dpa)

Medaillenhoffnung Felix Neureuther am Gudiberg

Zur Kulisse von Garmisch-Partenkirchen gehört die berüchtigte Kandahar-Abfahrt mit dem "Freien Fall" und 92 Prozent Gefälle. Die steilste Stelle im Skizirkus ist "beeindruckend, wenn man ganz oben steht“, weiß Stefan Stankalla zu berichten. "Und sie ist noch beeindruckender, wenn man sieht, dass die Läufer da mit knapp 100 Stundenkilometern bis zu 80 Meter weit springen". Stankalla zählte Ende der 1990er Jahre zu den besten deutschen Abfahrern, heute ist er für das WM-Organisationskomitee in Marketingfragen im Einsatz. Der 34-Jährige preist auch den Slalomkurs neben der Skisprungschanze am historischen Olympiastadion an. "Der Gudiberg ist sehr steil und schwierig. Und die Zuschauer können die Rennläufer ohne Unterbrechung vom Start bis zum Ziel beobachten."

Highlights auch abseits der Pisten

Die Zugspitze, mit 2963 Metern höchster Berg Deutschlands. (Foto: dpa)

Deutschlands höchster Berg, die Zugspitze

Die WM-Strecken sind mittlerweile um- und ausgebaut. Rein sportlich gesehen könnte es fast schon losgehen. Doch muss noch für die Gäste gesorgt werden. Zum einen soll die Verkehrsanbindung verbessert werden, außerdem sind noch Spiel- und Erlebnisparks in Planung. "Nicht nur der reine Sport ist hier gut aufgehoben, sondern jeder Besucher, der einfach Unterhaltung, Partys und Highlights sucht", betont Rennorganisator Heinz Mohr. Der Kurort in den bayerischen Alpen hat aber noch mehr zu bieten. "Da wären die Ortsteile Partenkirchen sowie Garmisch zu nennen, natürlich die Zugspitze als Alleinstellungsmerkmal, aber auch die Mentalität der Leute, die Freundlichkeit und das Angebot an sich", wie Tourismusdirektor Peter Nagel erläutert. "Sie können hier von Skifahren, Radfahren, Schwimmen, Bootfahren und Segeln alles bei uns machen, ohne dass Sie großartig das Auto bewegen."

Große Wintersporttradition

Maria Epple (Mi.), Siegerin im WM-Riesenslalom von 1978 winkt mit Blumen, flankiert von der Schweizerin Lise-Marie Moperod (li.) und Annemarie Moser-Proell aus Österreich (Foto: dpa)

Maria Epple (Mi.), Siegerin im WM-Riesenslalom von 1978

Garmisch-Partenkirchen besitzt zudem eine große Wintersport-Tradition. 1936 wurden in der Marktgemeinde die Olympischen Winterspiele ausgetragen und schon einmal, 1978, Ski-Weltmeisterschaften, an die sich Skilegende und Lokal-Matador Christian Neureuther gerne erinnert: "Die Begeisterung des Ortes war phänomenal. Wir hatten auch Glück, dass immer schönes Wetter war. Und wir hatten unglaublich viele deutsche Erfolge mit Marile und Irene Epple, dann Pamela Behr, Michael Veith und Sepp Ferstl. Die haben alle Medaillen gewonnen. Und das prägt natürlich die Bevölkerung am meisten", weiß das OK-Präsidiumsmitglied noch heute zu schätzen.

Hoffen auf Olympia 2018

Werbeplakat für die Münchner Bewerbung zu den Olympischen Winterspielen 2018 (Foto: dpa)

Werben für Olympia

Auf eine begeisternde Atmosphäre hofft Neureuther auch für die WM 2011 - und auf einen besonderen Werbeeffekt: "Wir wollen keine Sause veranstalten, sondern einfach ein gutes Zeichen geben für die Olympiabewerbung von München und Garmisch-Partenkirchen." München bewirbt sich zusammen mit Garmisch-Partenkirchen, Oberammergau und Schönau am Königssee für die Winterspiele 2018. Daneben stehen Annecy aus Frankreich und das südkoreanische Pyeongchang zur Wahl. Zu den Chancen der Konkurrenten meint Rennorganisator Heinz Mohr: "Pyeongchang hat sich schon zweimal beworben und ist zweimal knapp gescheitert. Hier könnte ein gewisser Mitleidseffekt eine Rolle spielen. Die Chancen für Annecy aus Frankreich beurteile ich jetzt einmal ein wenig schwächer." Über die Vergabe entscheidet das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 6. Juli 2011 in Durban in Südafrika.

Tourismusdirektor Peter Nagel sieht in der Ausrichtung von Winterspielen "eine Riesenchance für den Ort, für den Landkreis, für ganz Deutschland." Doch zuvor soll erst einmal eine erfolgreiche Ski-WM mit den einheimischen alpinen Stars Maria Riesch und Felix Neureuther über die Bühne gehen. Rosi Mittermaier und Christian Neureuther, die Eltern von Felix, versprechen jedenfalls schon jetzt "Festspiele im Schnee, eine Weltmeisterschaft auf hohem Niveau."

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Joachim Falkenhagen

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