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Verbrechen

Festnahmen nach spektakulärem Diamantenraub

Es war der größte Coup der niederländischen Kriminalgeschichte: Nie zuvor hatten Gangster im Königreich mehr Beute gemacht. Jetzt sollen sieben Täter geschnappt worden sein - nach einem Geduldsspiel der Ermittler.

Diamantring
(Worth £120,000)
Property of the Coster Diamond... (Picture-Alliance/dpa/Photoshot)

War nicht Teil der Beute: Diamantring im Wert von beinahe 140.000 Euro (Archivbild)

Der Fall wäre des Geheimagenten 007 würdig gewesen. Zwar wurden diesmal weder Atomraketen zerstört noch die Nuklearmächte erpresst. Doch ganz wie im James-Bond-Klassiker "Diamantenfieber" waren riesige Mengen an Diamanten in die Hände von Kriminellen geraten.

Es geschah am 25. Februar 2005 in Amsterdam. In einem streng gesicherten Areal des niederländischen Hauptstadtflughafens Schiphol überfielen mehrere Täter ein gepanzertes Fahrzeug der Fluggesellschaft KLM. Die schwer bewaffneten Gangster brachten den Wagen in ihre Gewalt, ehe dessen kostbare Fracht an Bord eines Jets gehen konnte, der ins belgische Antwerpen fliegen sollte - eines der weltgrößten Diamanten-Handelszentren.

67 oder 75 Millionen?

Als die Polizei das verlassene Fluchtfahrzeug fand, konnte sie einen erklecklichen Rest der Beute sicherstellen. Aber der größere Teil blieb verschwunden. Der Gesamtwert der Ladung war derart unermesslich, dass sogar die Angaben der Nachrichtenagenturen um zweistellige Millionenbeträge auseinandergehen: Während AFP von 67 Millionen Euro spricht, sind es bei dpa 75 Millionen.

Fest steht immerhin: Nie hat es in den Niederlanden einen größeren Raub gegeben. Und bis heute fehlt von den edlen Steinen jede Spur.

Siebenmal klickten die Handschellen

Zwölf Jahre nach dem spektakulären Verbrechen gingen der Polizei in Amsterdam und im spanischen Valencia nun fünf Männer und zwei Frauen ins Netz. Sie alle besäßen die niederländische Staatsangehörigkeit, teilten die Behörden mit.

Unklar ist, ob einige von ihnen mit jenen Verdächtigen identisch sind, die wenige Monate nach der Tat gefasst worden waren, mangels Beweisen aber rasch wieder freikamen.

Auf die Spur kam die Polizei den mutmaßlichen Räubern nach eigenen Angaben nicht mittels Agentenhilfe, sondern durch neue Informationen, die sie im vergangenen Jahr erhielt. Die Ermittler wollen sich offensichtlich nicht in die Karten schauen lassen: Eine Spezialabteilung habe die erlangten Hinweise "längere Zeit intensiv überprüft", hieß es nur. So viel Geheimhaltung erinnert dann doch beinahe wieder an James Bond.

jj/uh (dpa, afp)