Festnahmen nach Mord an maltesischer Journalistin | Aktuell Europa | DW | 04.12.2017
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Pressefreiheit

Festnahmen nach Mord an maltesischer Journalistin

Sieben Wochen nach der Ermordung der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta sind nun zehn Verdächtige festgenommen worden. Die 53-Jährige war im Oktober durch eine Autobombe getötet worden.

Zunächst teilte der maltesische Regierungschef Joseph Muscat mit, acht Verdächtige maltesischer Staatsangehörigkeit seien in einem gemeinsamen Einsatz an verschiedenen Orten gefasst worden. Sie seien bereits eine Zeit lang beobachtet worden. Später twitterte Muscat, dass zwei weitere Verdächtige festgenommen worden seien. Es gebe einen "hinreichenden Tatverdacht", dass die Festgenommenen den Anschlag auf Caruana Galizia durchgeführt haben. 

Laut maltesischem Recht haben die Ermittler 48 Stunden Zeit, die Verdächtigen zu vernehmen. An den Ermittlungen sind Muscat zufolge das FBI, Europol und finnische Sicherheitsbehörden beteiligt gewesen.

Caruana Galizia starb durch einen Sprengsatz, der unter ihrem Wagen befestigt war. Das Attentat an der bekannten regierungskritischen Bloggerin rief internationale Empörung und Betroffenheit hervor.  

Caruana Galizia hatte viele Feinde

Auf Malta fanden nach dem Tod der Enthüllungsjournalistin Großdemonstrationen statt. Die Söhne von Caruana Galizia warfen Muscat nach dem gewaltsamen Tod ihrer Mutter vor, das Mittelmeerland in eine "Mafiainsel" mit einer Kultur der Straflosigkeit verwandelt zu haben. Sie forderten den Regierungschef zum Rücktritt auf.

Caruana Galizia hatte sich durch ihre Enthüllungen unter anderem im Zuge der "Panama Papers" viele Feinde auf Malta gemacht. Sowohl Kabinettsmitglieder als auch die Familie von Regierungschef Muscat selbst waren von den Enthüllungen betroffen: Seine Frau steht im Verdacht, Bestechungsgelder auf geheimen Konten in Übersee versteckt zu haben - was das Ehepaar leugnet.

Muscat hatte sich nach Caruana Galizias Tod betroffen gezeigt und die Aufklärung des Falls versprochen: Jedem sei bewusst, dass sie eine seiner schärfsten Kritiker gewesen sei, das rechtfertige aber in keiner Weise die "barbarische Tat".

ie/uh (dpa, afp)