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Aktuell Deutschland

Festnahmen nach Bombenalarm

Nach dem Bombenalarm im Bonner Hauptbahnhof hat die Polizei zwei Tatverdächtige festgenommen. Einer von ihnen, Omar D., soll ein wegen Terrorverdachts bereits ins Visier geratener Islamist sein.

Der gebürtige Somalier Omar D. sei in der Bonner Islamistenszene sehr bekannt, hieß es aus Sicherheitskreisen. Zeugen hätten angegeben, den Mann in Tatortnähe gesehen zu haben. Es solle nun geprüft werden, ob er sich tatsächlich zur Tatzeit am Bonner Hauptbahnhof aufgehalten hat.

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Festnahmen nach Bombenalarm in Bonn

Sicherheitskreise bestätigten inzwischen auch die Festnahme eines zweiten Verdächtigten, über die zuvor schon in den Medien spekuliert worden war. Ob es sich bei der Person um Abdirazak B. handelt, der den Sicherheitsbehörden als Islamist bekannt ist, ist noch unklar. Medien hatten berichtet, Abdirazak B. sei von Zeugen in Tatortnähe gesehen worden. Die Polizei fahndet nach einem weiteren Verdächtigen und hat dazu ein Phantombild veröffentlicht. Demnach ist der Gesuchte dunkelhäutig und zwischen 30 und 35 Jahre alt.

Bombenalarm im Bonner Hauptbahnhof

Am Montag war im Bonner Hauptbahnhof eine verdächtige Tasche entdeckt worden, die Metallbehälter mit Pulver enthielt. Es wurde daraufhin Bombenalarm ausgelöst. Laut Polizei befand sich in dem verdächtigen Gepäckstück "potenziell zündfähiges Material". Es ist noch unklar, ob die Konstruktion in der herrenlosen Tasche auch explosionsfähig war. Ein Zünder war zunächst nicht gefunden worden. Die "Bild"-Zeitung berichtete, die Polizei gehe von einer Bombe aus und fahnde nach zwei mutmaßlichen Salafisten.

Polizisten untersuchen am 10.12.2012 am Hauptbahnhof in Bonn (Nordrhein-Westfalen) Gleise, nachdem eine verdächtige Tasche gefunden worden war (Foto: dpa)

Akribisch durchsuchten Sicherheitskräfte nach dem Fund der verdächtigen Tasche den Hauptbahnhof in Bonn

Nach dpa-Informationen spricht einiges dafür, dass der oder die Täter aus dem internationalen Dschihadismus kommen. Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, erklärte in Berlin, "höchstwahrscheinlich" werde die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen in dem Fall übernehmen. Dies sei ein Hinweis auf eine mögliche Gefährdung der inneren Sicherheit. Wendt sprach außerdem vom Fund eines "gefährlichen Sprengsatzes". Dies zeige einmal mehr, "dass wir die Aufmerksamkeit gegenüber terroristischen Gefahren in Deutschland nach wie vor hochhalten müssen". Von der Bundesanwaltschaft verlautete bisher lediglich, man sei "am Informationsaustausch beteiligt".

Bundesinnenminister Friedrich sagte eine zunächst für den späten Nachmittag geplante Erklärung in Zusammenhang mit den Ermittlungen in Bonn kurzfristig wieder ab.

Medien: Verdächtige sind Ultraradikale in der Bonner Szene

Omar D. gilt seit Jahren als militanter Islamist in der rheinischen Radikalenszene. Laut "Focus Online" wurde der gebürtige Somalier 2008 zusammen mit seinem Gesinnungsgenossen Abdirazak B. von Polizeibeamten auf dem Airport Köln/Bonn aus einem Flugzeug herausgeholt. Die Behörden hätten damals befürchtet, dass sich das mutmaßliche Extremisten-Duo über Uganda in ein Terrorlager der radikal-islamischen Schabaab-Milizen absetzen könnte.

Den Angaben zufolge zählte das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt in seinem Lagebericht 2010 Omar D. zu den Ultraradikalen in der Bonner Szene. Er und Abdirazak B. galten demnach als wichtige Mitglieder einer 15-köpfigen Extremisten-Gruppe von Somaliern, die sich "Deutsche Schabaab" nennt und als gewaltbereit eingestuft wurde.

kis/qu (dpa, afp, dapd, rtr)

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