1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Politik

Festnahmen nach Anschlag auf Times Square

Nach dem vereitelten Bombenanschlag in New York hat die Polizei drei weitere Personen festgenommen. Sie sollen den Attentäter unterstützt haben. Derweil löste erneut ein verdächtiges Auto Terroralarm in Manhattan aus.

In der Nähe des Union Square in Manhatten wird ein Fahrzeug von einem Roboter (hinten Mitte) untersucht (Foto: AP)

In der Nacht hatte erneut ein Fahrzeug mit Benzinkanistern in New York Terroralarm ausgelöst

Die Sicherheitskräfte schlugen in mehreren Bundesstaaten gleichzeitig zu. Fast zwei Wochen nach dem vereitelten Bombenanschlag auf New Yorks Partymeile Times Square nahmen Polizisten, FBI-Agenten und Mitarbeiter der Einwanderungsbehörde Razzien in mehreren Objekten vor, wie es im Polizeijargon heißt. Betroffen waren die Bundesstaaten New York, New Jersey, Connecticut und Massachusetts. Und die Beamten wurden fündig.

Drei Menschen wurden festgenommen. US-Justizminister Eric Holder sagte am Donnerstag (13.05.2010), sie seien wegen Verstößen gegen das Einwanderungsgesetz in Gewahrsam genommen worden. Zudem gebe es Hinweise, dass sie dem Hauptverdächtigen in dem Fall, Faisal Shahzad, Geld gegeben hätten.

Porträt Holder (Foto: AP)

Für Justizminister Holder sind die Festnahmen ein wichtiger Schritt im Zuge der Ermittlungen

Suche nach den Verbindungskanälen

Zwar wird den Festgenommenen kein terroristisches Motiv vorgeworfen. Trotzdem sprach Holder von einem "bedeutenden Schritt" bei den Ermittlungen zu dem Anschlagsversuch vom 1. Mai auf dem Times Square. Zumindest gebe es Anlass zu glauben, dass die Festgenommenen Shahzad mit Geld versorgt hätten. "Also versuchen wir herauszufinden, was für Transaktionen das genau waren und welches Ziel sie hatten", fügte Holder hinzu.

Shahzad war nach bisherigen Erkenntnissen arbeitslos und pleite. Sein Haus im Bundesstaat Connecticut wurde zwangsversteigert. Der 30-Jährige US-Staatsbürger pakistanischer Herkunft hatte aber eine Wohnung und ein Auto. Zudem zahlte er 1300 Dollar (rund 990 Euro) für den Geländewagen, den er mit Propangasbehältern, Benzinkanistern und Feuerwerkskörpern am Times Square abstellte. Der Sprengsatz war rechtzeitig entdeckt und entschärft worden.

Porträt Shahzad mit Sonnenbrille (Foto: AP)

Faisal Shahzad gestand den Attentatsversuch am Times Square

Geständiger Attentäter

Anfang vergangener Woche war Shahzad am New Yorker Kennedy-Flughafen in einem startbereiten Flugzeug von FBI-Beamten verhaftet worden. Nach Justizangaben war er auf dem Weg nach Dubai. Nach seinem Geständnis wurde er wegen Terrorismus, des versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe und der versuchten Zerstörung eines Gebäudes angeklagt. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

Auch in Pakistan wurde ein Verdächtiger festgenommen. Er soll Verbindung haben zu den radikal-islamischen Taliban in Pakistan. Die Washington Post berichtet, er bezeichne sich als einen Komplizen Shahzads, der diesem geholfen habe, ein Terrorcamp in den Stammesgebieten zu besuchen. Wie die Zeitung unter Berufung auf US-Beamte Vertreter weiter berichtet, lieferte der Mann Beweise für Verbindungen zur Gruppe Tehrik-e-Taliban Pakistan (TTP). Auch Justizminister Holder sagte, es gebe Beweise dafür, dass die Taliban hinter dem vereitelten Attentat steckten.

Lob von höchster Stelle

Obama schüttelt einem Polizisten die Hand (Foto: AP)

Als besondere Anerkennung besuchte Präsident Obama überraschend die New Yorker Polizei

Ebenfalls am Donnerstag besuchte Präsident Barack Obama als Zeichen seiner Anerkennung überraschend das Hauptquartier der New Yorker Polizei. Den Ermittlern sprach er ein großes Lob aus. "Das Land ist stolz auf Euch (...) Der Präsident ist stolz auf Euch", sagte Obama, der von Bürgermeister Michael Bloomberg begleitet wurde.

Gärtner löst Terroralarm aus

Derweil wurde in der Metropole erneut Terroralarm durch ein verdächtiges Auto ausgelöst. Sprengstoffexperten untersuchten nach Angaben der Polizei in der Nacht zum Freitag einen Wagen mit zwei Benzinkanistern auf der Rückbank. Das Fahrzeug stellte sich allerdings als harmlos heraus - der Besitzer, ein Gärtner, benötigte die Kanister für seine Arbeit.

Der Wagen stand in der Nähe des zentral gelegenen Union Square, einem Haupt-Verkehrsknotenpunkt in Manhattan. Die Polizei sperrte die Gegend weiträumig ab. Mit einem Roboter brachen die Experten die Scheiben des Wagens auf, ehe sie sich dem Fahrzeug in grüner Schutzmontur näherten. Schließlich erreichte die Polizei nach eigenen Angaben den Besitzer und gab Entwarnung.

Autorin: Eleonore Uhlich (rtr,afp,dpa)
Redaktion: Marko Langer

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema