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Politik

Festnahmen in Sri Lanka

Nach der Ermordung von Außenminister Lakshman Kadirgamar hat die Polizei von Sri Lanka mehrere Menschen festgenommen. Die Tamilen-Rebellen weisen jede Schuld an dem Mord zurück.

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Sicherheitskontrollen nach dem Anschlag

Von den am Sonntag (14.8.2005) in der Hauptstadt Colombo Festgenommenen soll ein Großteil der tamilischen Minderheit angehören, teilte die Polizei mit. Unklar blieb, ob und wie die Festgenommenen an dem Mord beteiligt waren. Mehr als 100 Menschen wurden zu der Tat befragt. Regierung und Polizei hatten am Samstag mitgeteilt, erste Beweise deuteten auf eine Verwicklung der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in den Mord hin. Die LTTE hat das zurückgewiesen und Vorwürfe gegen das Militär erhoben.

Sri Lanka: Außenminister Lakshman Kadirgamar bei einem Anschlag getötet

Opfer eines Anschlags: Sri Lankas Außenminister Lakshman Kadirgamar

Kadirgamar, selbst ein Tamile, wurde am Freitag in seinem Haus in Colombo erschossen. Der 73-Jährige wurde nach Angaben der Polizei in den Kopf und ins Herz getroffen. Er soll am Montag (15.8.) in Colombo beigesetzt werden. Die Regierung erklärte Montag zum nationalen Trauertag.

Ausnahmezustand

Gleich nach dem Anschlag verhängte die Regierung den Ausnahmezustand in Sri Lanka. Damit sollen die Ermittlungen erleichtert, teilte das Büro von Staatspräsidentin Chandrika Kumaratunga am Samstag mit.

Steigende Spannungen

Das Attentat kommt zu einer Zeit, da die Spannungen zwischen der Regierung in der Hauptstadt Colombo und den tamilischen Rebellen wieder steigen. Kadirgamar hatte sich seit Jahren dafür eingesetzt, die LTTE zur Terrororganisation zu erklären. Fünf Länder, darunter die USA und Großbritannien, haben dies getan.

Kadirgamar war ein enger Vertrauter von Staatspräsidentin Kumaratunga. Kumaratunga war 1999 selbst bei einem Attentat schwer verletzt worden. Ein LTTE-Sprecher hatte der Regierung in Colombo erst am Donnerstag vorgeworfen, sie schüre die Gewalt, indem sie paramilitärische Gruppen unterstütze, die die Rebellen angriffen.

Norwegen vermittelt

Die LTTE kämpft seit 1983 für ein selbstständiges Land der Tamilen im Norden und Osten Sri Lankas. Dabei wurden fast 65.000 Menschen getötet. Seit 2002 herrscht eine von Norwegen vermittelte Waffenruhe, seither setzte sich Kadirgamar entschieden für eine Verhandlungslösung ein. Die Gespräche über einen Frieden kommen aber nicht voran, da die Regierung die von der LTTE geforderte größere Autonomie ablehnt.

Waffenruhe soll weiter eingehalten werden

UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich entsetzt über die Tat. Er verurteile sie aufs schärfste und hoffe, dass sie keinen Einfluss auf den Friedensprozess habe, erklärte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Wochenende. Der Leiter der europäischen Beobachtermission (Sri Lanka Monitoring Mission - SLMM), Hagrup Haukland, nannte die Tat einen "sehr schweren Schlag für die Waffenruhe". Er rief die Konfliktparteien dazu auf, den Waffenstillstand weiter einzuhalten. (kap)

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