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Innere Sicherheit

Festnahme wegen Terrorismus-Finanzierung

In Saarbrücken hat die Polizei einen Asylbewerber aus Syrien in Gewahrsam genommen, der Kontakt zum IS hatte. Der Mann wollte Anschläge mit sprengstoffbeladenen Fahrzeugen verüben.

Video ansehen 02:37

Ermittlungen nach Anschlag von Berlin – Michaela Küfner

Der 38-Jährige war bereits am Samstag festgenommen worden. Spezialeinsatzkräfte hatten ihn in seiner Wohnung in Saarbrücken-Burbach gefasst. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird der Asylbewerber verdächtigt, im Dezember Kontakt zu einem Mittelsmann aufgenommen und von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) 180.000 Euro gefordert zu haben. Mit diesem Geld habe er Fahrzeuge kaufen, mit Sprengstoff präparieren und dann in eine Menschenmenge fahren wollen. Er habe Anschläge in Deutschland, Frankreich, Belgien sowie den Niederlanden verüben wollen.

Kontakte zur Terrormiliz IS

Bei seiner Vernehmung habe der Beschuldigte Kontakte zum IS eingeräumt, terroristische Absichten aber bestritten, so die Staatsanwaltschaft. Die bisherigen Ermittlungen brachten demnach keine Hinweise darauf, dass der Mann bereits fertig präparierte Fahrzeuge besaß.

Der Mann war 2014 nach Deutschland gekommen. Bei seiner Festnahme war er nicht bewaffnet, und es wurden auch keine Waffen bei ihm gefunden. Es habe auch keine Hinweise auf eine konkrete Gefährdung anstehender Silvesterveranstaltungen gegeben. 

Deutschland Saarbrücken PK zur Terrorfinanzierung (picture-alliance/dpa/O. Dietze)

Weil die Ermittlungen noch andauern, wollten die Vertreter von Polizei und Staatsanwaltschaft keine Angaben über eventuelle Komplizen des Syrers machen

 Jemand hatte der Polizei einen Hinweis gegeben

Auf die Spur des Manns kamen die Ermittler nach Angaben der Staatsanwaltschaft unter anderem durch einen "Hinweisgeber", der sich an das Bundeskriminalamt (BKA) gewandt hatte. Auf einem Handy des Beschuldigten sicherten sie später auch die Verläufe der Chats, die dieser über den Messengerdienst Telegram mit dem mutmaßlichen Kontaktmann beim IS führte. 

Aus den Chats ging hervor, dass er Fahrzeuge kaufen und jeweils mit 400 bis 500 Kilo Sprengstoff beladen wollte. Er wollte sie selbst oder durch andere in "Menschenmengen" zur Explosion bringen, um "eine unbekannte Vielzahl von Menschen nicht muslimischen Glaubens zu töten", wie die Ermittler sagten. Pro Fahrzeug habe er mit einem Kaufpreis von 22.500 Euro kalkuliert, insgesamt 180.000 Euro gefordert. Er habe sich so "Vermögenswerte" für eine Tat verschaffen wollen, deren erklärtes Ziel es gewesen sei, die Bevölkerung "in erheblicher Weise einzuschüchtern". Da die Anschlagspläne noch nicht konkret genug waren, lautet der Haftbefehl lediglich auf Terrorismusfinanzierung.

Unklar ist, ob der Syrer Komplizen hat. Die Ermittlungen dauern noch an. Deshalb wollte die Staatsanwaltschaft keine Angaben zu Mittätern machen.

uh/kle (afp,dpa)

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