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Aktuell Nahost

Festnahme wegen Schülermord im Westjordanland

Mit dem Mord an drei jüdischen Schülern begann vor zwei Monaten die aktuelle Nahost-Krise. Nun hat Israel den mutmaßlichen Drahtzieher gestellt. In Kairo soll derweil über eine dauerhafte Waffenruhe verhandelt werden.

Die israelische Polizei hat bekanntgegeben, den Mann gefasst zu haben, der die Entführung und Ermordung von drei jungen Israelis Mitte Juni im Westjordanland organisiert und geplant hat. Israelischen Medienberichten zufolge hat er in der Haft zugeben, Geld von der radikalislamischen Hamas erhalten zu haben. Damit habe er die Entführer rekrutiert und bewaffnet.

Seit einem Monat in Haft

Laut Polizei handelt es sich um den Palästinenser Hossam Kawasmeh. Der 40-Jährige aus Hebron sei bereits vor einem Monat im Flüchtlingslager Schuafat im Westjordanland nördlich von Jerusalem unter dem Verdacht festgenommen worden, das Verbrechen geplant und organisiert zu haben, hieß es in einer Erklärung. Noch nicht gefasst seien die Hauptverdächtigen Maruane Kawasmeh und Amer Abu Eisheh.

Die drei Jugendlichen Ejal Jifrach, Naftali Frenkel und Gilad Schaer waren am 12. Juni beim Autostopp gekidnappt und getötet worden. Schon kurz nachdem die Religionsschüler verschwunden waren, hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu die Hamas für die Entführung verantwortlich gemacht. Israel startete eine groß angelegte Militär- und Polizeioffensive gegen die Hamas im Westjordanland. Daraufhin begann die Hamas mit Raketenangriffen auf Israel aus dem Gazastreifen, was zum aktuellen Gaza-Krieg führte, der am Dienstagmorgen durch eine dreitägige Feuerpause vorläufig unterbrochen wurde.

Kerry mahnt

Nun ruhen alle Hoffnungen auf den Verhandlungen zwischen den Palästinensern und Israel in Kairo, an denen vermutlich auch die USA teilnehmen werden. Ziel ist es, die einstweilige Feuerpause in eine dauerhafte Waffenruhe umzuwandeln. Das israelische Sicherheitskabinett beriet am Abend sechs Stunden lang über diese Verhandlungen.

US-Außenminister John Kerry machte sich im Sender BBC für eine Demilitarisierung des Gazastreifens sowie für eine Aufhebung der israelischen Blockade stark: "Zwei Staaten, mit der Sicherheit für Israel und Garantien für ein besseres Leben und mehr Freiheiten für die Palästinenser: das ist die Formel", sagte Kerry.

In den Trümmern von Gaza

Während die vereinbarte dreitägige Kampfpause zunächst eingehalten wurde, gingen im Gazastreifen die Aufräumarbeiten weiter. Helfer bargen noch immer Leichen in den Trümmern. Der Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Peter Maurer, machte sich vor Ort ein Bild von den Zerstörungen und dem Elend der Bevölkerung. Maurer per Twitter: "Ich habe ein tiefes Gefühl des Schocks darüber, was ich gesehen habe, und der Wut, dass wir nicht verhindern konnten, was passiert ist".

det/sc (afp, dpa, rtr)

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