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Sachsen

Festnahme nach Sprengstoffanschlag auf Moschee in Dresden

Ende September hatten Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Kongresszentrum in Dresden Empörung ausgelöst. Es entstand Sachschaden, verletzt wurde niemand. Jetzt hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst.

Deutschland Sprengstoffanschläge in Dresden (picture-alliance/dpa/S. Kahnert)

Der rußgeschwärzte Eingang der Fatih Camii Moschee in Dresden

Der Dresdner Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein teilte mit, die Polizei habe einen Verdächtigen aus Dresden festgenommen. Der Haftrichter habe den Haftbefehl verkündet und den Vollzug angeordnet. Entgegen ersten Angaben ist der Beschuldigte 30 Jahre alt. Zunächst war von 29 Jahren die Rede gewesen.

Video ansehen 02:33

Fahndungserfolg in Dresden: Gespräch mit Jens Thurau, DW-Politikredaktion

Der Beschuldigte war am Donnerstag auf einer Baustelle in Hessen festgenommen worden, wo er auf Montage tätig war. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft lebt er allein in Dresden. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden ist er für die Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Kongresszentrum am 26. September verantwortlich. Hinweise auf Komplizen gibt es bisher nicht. Am Freitag ordnete ein Richter Untersuchungshaft gegen ihn an.

 

Die Sprengsätze wurden eine Woche vor den zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden gezündet. Danach waren etliche Hinweise eingegangen, insbesondere zum Geschehen an der Moschee und zu einem Video, das den mutmaßlichen Täter zeigt. Eine heiße Spur gab es lange Zeit aber nicht.

Sachschaden, aber keine Verletzten

Bei beiden Anschlägen entstand Sachschaden. Der Imam der Moschee und seine Familie, die sich zum Tatzeitpunkt am 26. September in der Wohnung aufhielten, blieben unverletzt. Weiterhin unklar ist, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Anschlägen gibt. 

Der Verdächtige war als Redner beim fremden- und islamfeindlichen Pegida-Bündnis in Erscheinung getreten. Das bestätigte das für Extremismus zuständige Operative Abwehrzentrum (OAZ) der Polizei. "Wir haben davon auch Kenntnis", sagte OAZ-Chef Bernd Merbitz, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Im Internet ist ein Video zu finden, das den 30-Jährigen zeigen soll. Während einer Rede im Sommer vergangenen Jahres verlas er bei einer Pegida-Kundgebung einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel und äußerte sich dabei auch abfällig über Ausländer. Auch die Extremismusexpertin der Linken im sächsichen Landtag, Kerstin Köditz, sagte, der Mann sei im Sommer vergangenen Jahres beim fremdenfeindlichen Pegida-Bündnis als Redner aufgetreten.

 

Im November tauchten im Umfeld der Dresdner Moschee, die im September Ziel des Sprengstoffanschlags war, islamfeindliche Schmierereien auf. Wachpolizisten hätten die Schriftzüge an einem Schaltkasten, einem Lichtmast sowie an zwei Baustellenabsicherungen entdeckt, teilte die Polizei mit. Die Moschee selbst blieb unbeschädigt. Videomaterial zeige einen Mann im Alter von etwa 25 bis 30 Jahren in einer Art blauen Jogginganzug, der sich gerade an einem Lichtmast zu schaffen mache.

kle/se (dpa, afp, epd)

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