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Aktuell Afrika

Festnahme nach Anschlag auf Fußballfans in Nigeria

Die Islamisten von Boko Haram überziehen Nigeria mit ihrem blutigen Terror. Nach dem jüngsten Bombenanschlag nach einem Fußballspiel auf Fans in der Stadt Mubi konnte jetzt ein Tatverdächtiger gefasst werden.

Der "Hauptverdächtige" sei von Soldaten in der Stadt Mubi festgenommen worden, teilte ein Sprecher der nigerianischen Armee mit. Bei dem Bombenanschlag auf einem Fußballplatz waren am Sonntagabend nach übereinstimmenden Berichten von Anwohnern, eines Polizisten und einer Krankenschwester mindestens 40 Menschen getötet worden. Eine Lokalzeitung meldete sogar 60 Tote. Das Militär und die Regionalregierung nannten niedrigere Opferzahlen. Offizielle Angaben zur Zahl der Getöteten gibt es nicht.

Karte Nigerai: Mubi an der Grenze zu Kamerum (Foto: DW-Grafik

In Mubi an der Grenze zu Kamerum ereignete sich der jüngste schwere Anschlag

Der Anschlag zielte nach bisherigem Ermittlungsstand auf Fußballfans, als diese nach einem Spiel das Feld in Mubi verließen. Ein Augenzeuge berichtete, der Sprengsatz sei in der Menschenmenge gezündet worden, als Fans auf dem Heimweg gerade über den Platz liefen.

Boko Haram lässt sich nicht stoppen

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Hinter dem Attentat in der Stadt Mubi wurde die islamistische Terrorgruppe Boko Haram vermutet. Die radikal-islamische Sekte verbreitet in Nigeria mit ihrem blutigen Terror Angst und Schrecken. Hauptziel der Anschläge sind Einrichtungen, die Boko Haram als westlich geprägt betrachtet, dazu zählen die Islamisten auch Sportstätten.

Mubi liegt nahe der Grenze zu Kamerun im nigerianischen Bundesstaat Adamawa. Dort gilt seit mehr als einem Jahr der Ausnahmezustand wegen des Kampfes der nigerianischen Regierungstruppen gegen Boko Haram. Im Oktober 2012 hatten Mitglieder der Gruppe eine Hochschule in Mubi überfallen und mehrere Studenten in ihren Schlafräumen brutal ermordet.

Die vor zehn Jahren gegründete Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamistischen Staat. Bei zahllosen Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen wurden seit 2009 tausende Menschen getötet. In den vergangenen Wochen hatte die Zahl der Anschläge deutlich zugenommen. Allein die blutige Bilanz des vergangenen Wochenendes liegt vermutlich bei weit über 100 Toten. Auch an diesem Montag ging das Morden offenbar weiter. Laut Augenzeugen erschossen Bewaffnete in einer Kirche nahe der Grenze zu Kamerun mindestens neun Menschen.

Für internationale Empörung sorgt die seit April andauernde Entführung von weit über 200 christlichen Schülerinnen durch die Islamisten im Bundestaat Borno.

Der UN-Sicherheitsrat stufte Boko Haram vergangene Woche als Terrororganisation ein und setzte die Extremisten wegen ihrer Verbindungen zu Al-Kaida auf die Sanktionsliste gegen das Terrornetzwerk.

qu/se (afp, epd, sid, dpa, rtre)