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Wirtschaft

Festere Wall Street beflügelt deutsche Aktien

Gute Nachrichten von SAP und Siemens. Händler warten wieder einmal auf US-Notenbank-Chef Greenspan.

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Alan Greenspan

Allzu viel war nicht los in Frankfurt, die Händler sprachen von dünnen Umsätzen. Man warte gespannt auf die Rede des US-Notenbankchefs Alan Greenspan am Donnerstag, hieß es. Greenspan wolle darin einige Mißverständnisse aufklären, die seine letzte Rede ausgelöst hatte und die zu starken Kursverlusten auch in Frankfurt geführt hatte. Speziell der Ausblick auf die zukünftige Wirtschaftsentwicklung sei als zu negativ interpretiert worden, hieß es.

Im Zuge festerer US-Börse stieg der DAX nach zwischenzeitlichen Verlusten auf 5163 Punkte, ein Plus von 2,3 Prozent. Am Neuen Markt legte der Nemax-50-Index 1,6 Prozent auf 1173 Zähler zu.

Der Haupsitz von SAP in Walldorf

Der Software-Hersteller SAP präsentierte am Mittwoch seine Zahlen: Ein Rekordumsatz im vierten Quartal und das Versprechen, in einem schwierigen Umfeld seine Marktanteile weiter auszudehnen. Sowas wollten die Anleger hören, hinzu kamen lobende Kommentare und Heraufstufungen einiger Investmenthäuser. Für die Aktie bedeutete dies ein Plus von fast sechs Prozent.

Zahlen gab es auch von Siemens. Der Konzern hat die Verlustzone verlassen und konnte im ersten Quartal einen Gewinn von einer halbe Milliarde Euro nach Steuern ausweisen. Die Aktie gewann über zwei Prozent und wäre wohl noch höher gestiegen, hätte es nicht negative Kommentare von Analysten gegeben.

Apropos Analysten-Kommentare: Die waren nach Angaben von Händlern auch dafür verantwortlich, dass die Aktie des Berliner Pharmakonzerns Schering bei Börsenschluß ganz oben auf der Gewinnerliste stand. Das US-Investmenthauses Goldman Sachs erwartet nämlich, daß sich die Schering-Aktie, nicht zuletzt wegen einer neuen Anti-Baby-Pille, besser als der Durchschnitt entwickeln wird. Die Anleger folgten brav der Kaufempfehlung: die Aktie stieg um fast sieben Prozent.

Gewinne in der Größenordnung von fast vier Prozent gab es für Bayer und Fresenius. Bei Bayer freut man sich auf den morgigen Börsengang in New York, und der Medizintechnik-Hersteller Fresenius erholt sich von den gestrigen Verlusten, für die Händler außer Gerüchten über einen möglichen Rauswurf aus dem DAX keine Begründung fanden.

Unter Druck stand dagegen die Aktie des Touristikkonzerns
Preussag. Verantwortlich war eine Zeitungsmeldung, laut der Preussag wegen der Flaute im Tourismus sparen und sogar Mitarbeiter entlassen müsse. Gar nicht war, sagte dagegen Preussag, die Buchungen lägen sogar über den Vorjahreswerten. Der Aktie nutzte das Dementi allerdings nicht viel, sie schloß mit einem Prozent im Minus.

Der Rentenmarkt präsentierte sich gut behauptet. Der Bund-Future lag unverändert bei 108,26 Punkten. Der Rentenmarkt-Index REX gewann 0,06 Prozent auf 113,32 Zähler. Die Bundesbank stellte die Umlaufrendite bei 4,67 Prozent fest, einen Basispunkt höher als am Vortag.

Die Schlußkurse der 30 DAX-Werte (in Euro, ohne Gewähr):

Wertpapier Kurs Veränderung

Adidas-Salomon 79,90 -0,35
Allianz 271,00 7,90
BASF 44,36 1,16
Bayer 36,91 1,41
Bay. HypoVereinsbank 35,80 0,57
BMW 38,17 0,42
Commerzbank 18,80 0,20
DaimlerChrysler 46,81 0,76
Degussa 31,62 1,17
Deutsche Bank 76,70 0,64
Deutsche Post 15,74 -0,02
Deutsche Telekom 18,04 0,34
E.ON 59,45 1,05
Epcos 46,35 0,84
Fresenius Medical Care 66,52 2,42
Henkel 63,05 0,55
Infineon Technologies 23,42 0,37
Linde 47,30 1,38
Lufthansa 17,70 0,51
MAN 26,42 0,62
Metro 40,85 -0,30
MLP 71,80 -0,20
Münchener Rück 282,98 6,63
Preussag 33,33 -0,27
RWE 43,35 0,35
SAP 165,00 9,00
Schering 63,50 4,00
Siemens 70,64 1,68
ThyssenKrupp 16,16 0,16
VW 52,30 1,99


Die Referenzkurse der Europäischen Zentralbank für einige Devisen:
Ein Euro entspricht demnach

0,8856 US-Dollar
118,72 jap. Yen
0,6203 brit. Pfund

  • Datum 23.01.2002
  • Autorin/Autor Andreas Becker
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  • Permalink http://p.dw.com/p/1kJf
  • Datum 23.01.2002
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