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Deutschland

Feste Freundschaftsbande

Mit Würdigungen der deutsch-französischen Freundschaft und Bekenntnissen zur Intensivierung der Beziehungen sind in Berlin die Feiern zum 40. Jahrestag des Élysée-Vertrags zu Ende gegangen.

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Hier residieren die Repräsentanten Frankreichs an der Spree

Am zweiten - und letzten - Tag der Feierlichkeiten haben Politiker aus Frankreich und Deutschland noch einmal die Beziehungen zwischen ihren Ländern gewürdigt und übereinstimmend erklärt, beide Staaten wollten Motor der europäischen Entwicklung bleiben. Die Freundschaft zwischen den beiden Nationen sei Teil des nationalen und des europäischen Selbstverständnisses geworden, sagte Bundespräsident Johannes Rau bei einem Empfang im Schloss Bellevue:

"Die besondere Qualität des Elysee-Vertrages erkennt man daran, dass er eine so anhaltende und tief reichende Wirkung entfaltet hat. Es gibt mancherlei Verträge über Freundschaft, gute Nachbarschaft oder gute Zusammenarbeit. Viele bleiben bloßes Papier. Doch diese deutsch-französische Verabredung hat große Breitenwirkung entfaltet, denn sie hat die Köpfe und die Herzen der Menschen erreicht."

Zwist der Vergangenheit überwunden

Staatspräsident Jacques Chirac sagte vor den rund 150 Gästen aus Politik,Wirtschaft und Kultur: man müsse die Europäische Union weiter stärken und dabei, so wörtlich, "Europa noch mehr Seele verleihen". Anläßlich der Enthüllung eines Adenauer-de-Gaulle-Denkmals erinnerte Chirac nochmal an die politischen Ziehväter der deutsch-französischen Freundschaft und sprach von einer "Botschaft der Menschlichkeit", die sie ausgesandt hätten. Man habe den "Berg des Misstrauens" zwischen beiden Ländern überwunden.

Neues Haus für die Botschaft

Am Nachmittag (23.01.) war der Neubau der französischen Botschaft in Berlin feierlich eröffnet worden. Ein ungewöhnliches, modernes Bauwerk, das - so ein Architekturkritiker - im Ensemble rund um das Brandenburger Tor auffällt "wie ein Dinnerjacket zwischen Straßenkleidung". Diese glanzvolle, elegante Botschaft entspricht dem innovativen, weltoffenen Frankreich, lobte Staatspräsident Chirac und würdigte in seiner Rede die solide Freundschaft zwischen Deutschen und Franzosen. Die Feierlichkeiten zum 40jährigen Bestehen des Elysee-Vertrages hätten starke Signale gegeben, die über reine Symbolkraft weit hinausgingen.Bundespräsident Rau warf einen Blick zurück in die Geschichte des Botschaftsgeländes,das einmal jenseits der deutschen Grenze auf dem Gebiet der DDR gelegen war.

"Da wo wir jetzt stehen war einmal ein Schussfeld. Hier hat es Verletzungen und Tote gegeben. Jeder, der sich hier auskennt, wird diese Jahre nicht vergessen und die Freude und das Staunen nicht aufgeben darüber, dass jetzt an dieser Stelle eine Brücke gebaut wird, eine Brücke der Freundschaft und der Verständigung."

... und immer wieder der Irak

Die zahlreichen Festreden, Würdigungen und Rückblicke wurden freilich von der aktuellen Politik und der Krise um den Irak überschattet. Präsident Chirac und Bundeskanzler Schröder hatten bei einer Diskussion mit 500 Jugendlichen politischen Schulterschluss demonstriert. Gastgeber Schröder sagte, die UN-Resolution müsse mit friedlichen Mitteln durchgesetzt werden und umschrieb seine Position noch einmal so: "Krieg darf nie unausweichlich sein. Ich habe für Deutschland deutlich gemacht, dass wir eine Legitimierung von Krieg nicht zustimmen können." Darauf Chirac: "C'est la politique etrangere commune" - "Das ist die gemeinsame Außenpolitik." Dies kam bei den Jugendlichen gut an. Im übrigen forderten die jungen Leute mehr europäische Gemeinsamkeit auf allen Gebieten und, ganz praktisch, mehr Maßnahmen zur Förderung von Kontakten der jungen Generation beider Länder.

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