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Aktuell Deutschland

Festakt für den Einheitskanzler

Vor 30 Jahren wurde Helmut Kohl zum Regierungschef gewählt, vor 22 Jahren führte er die Deutschen wieder zusammen. Mit einer Feier im Deutschen Historischen Museum würdigten die politischen Freunde seine Lebensleistung.

Mit einem Festakt hat die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung die Verdienste von Altbundeskanzler Helmut Kohl um die deutsche und europäische Einigung gewürdigt. "Fest wie kein anderer ist er mit diesen historischen Ereignissen in den Geschichtsbüchern verankert", sagte der Vorsitzende der Stiftung, Hans-Gert Pöttering, bei der Veranstaltung im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Kohl habe Deutschland gelehrt, dass es nie wieder einen deutschen Sonderweg in Europa gehen dürfe. "Wir wollen aus der Politik von Helmut Kohl lernen."

Der russische Botschafter Wladimir Grinin zählte Kohl "zu dem engsten Kreis derer, die wie niemand anders die neueste Geschichte gestaltet und geprägt haben". Der amerikanische Botschafter Philip Murphy erinnerte daran, wie eng Kohl als "Freund der Vereinigten Staaten" mit drei US-Präsidenten zusammengearbeitet habe.

Kohl "auf kleinstem Format"

Bundeskanzlerin Angela Merkel zollte ihrem Vorvorgänger Hochachtung für seine Verdienste um Deutschland und Europa. Die Feier sei eine Verbeugung vor Kohls Lebenswerk. Der frühere CDU-Vorsitzende habe ein Stück deutscher und europäischer Geschichte geschrieben. Merkel stellte auch die Sonderbriefmarke "Helmut Kohl - Kanzler der Einheit - Ehrenbürger Europas" vor. Das Porträt des Altkanzlers ist mit der deutschen und der europäischen Fahne geschmückt. Es zeige die Persönlichkeit Kohls "auf kleinstem Format", lobte Merkel.

Der Ehrenbürger Europas: Altkanzler Kohl wird mit einer Sonderbriefmarke geehrt (Foto: afp)

Der "Ehrenbürger Europas": Altkanzler Kohl wird mit einer Sonderbriefmarke geehrt

An dem Festakt anlässlich der Wahl Kohls zum Bundeskanzler am 1. Oktober vor 30 Jahren nahmen rund 700 Gäste teil. Darunter waren zahlreiche Wegbegleiter des heute 82-Jährigenund sogar Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der mit langem Beifall begrüßt wurde. Kohl und Schäuble hatten sich im Zuge der CDU-Spendenaffäre gründlich entzweit.

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CDU: Wiedersehen mit Helmut Kohl (25.09.2012)

Verhältnis Kohls zur CDU gespannt

Im Januar 2000 hatte das CDU-Präsidium beschlossen, dass Kohl wegen der Parteispendenaffäre seinen CDU-Ehrenvorsitz ruhen lassen sollte. Kohl hat die Namen der Spender bis heute nicht benannt. Das Verhältnis des langjährigen Parteichefs zur CDU gilt seitdem als gespannt.

Die Unionsfraktion hatte Kohl bereits am Dienstag mit einem Empfang gewürdigt. Bei seinem ersten Besuch in der Fraktion seit zehn Jahren hatte er in einem eindringlichen Appell für mehr Gemeinsamkeit in Europa geworben und das Parlament als seine Heimat bezeichnet.

sti/rb (dapd, dpa)

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