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Aktuell Welt

"Fernste Galaxie" im All porträtiert

Blick zurück in die Zeit: Astronomen haben in unvorstellbarer Entfernung eine Sterneninsel entdeckt. Die Forscher jubeln - sie ist klein und hell. Doch andere Wissenschaftler melden Zweifel an.

USA Aufnahme Weltraumbild von Galaxy GN-z11 (Foto: Reuters)

GN-z11: Die hellen Punkte zeigen, wie es in einer Entfernung von 13,4 Milliarden Lichtjahren aussieht

Was ist so weit weg, dass nichts noch weiter entfernt ist? Um diese Frage zu beantworten, braucht man einen klaren Standpunkt. Für Astronomen ist das unser Heimatplanet, die Erde. Von hier aus gesehen, ist die Galaxie mit dem wenig klangvollen Namen GN-z11 der neue Rekordhalter - wenn ein Forscherteam aus den USA recht hat.

Die Sterneninsel sei so weit von uns weg, dass ihr Licht, das jetzt bei uns ankommt, 13,4 Milliarden Jahre unterwegs war. Damit blicken die Wissenschaftler nicht nur in den Raum, sondern auch in die Zeit: zurück in fernste Vergangenheiten. Und noch viel weiter können sie nicht schauen. Denn unser Universum ist nach bisherigen Berechnungen "erst" 13,8 Milliarden Jahre alt.

Zarte Anfänge des Weltalls

GN-z11 strahlt überraschend hell. Die Galaxie ist 25-mal kleiner als die Milchstraße - aber sie wächst schnell. Ihre Sternenproduktion ist 20-mal so hoch wie die unserer Heimatgalaxie. Die Astronomen können damit die Entwicklung des jungen Universums verfolgen. "Wir sehen GN-z11 zu einer Zeit, als das Universum erst drei Prozent seines heutigen Alters erreicht hatte", sagt Untersuchungsleiter Pascal Oesch von der Yale-Universität in New Haven im US-Bundesstaat Connecticut.

Hubble-Aufnahme der Antennen-Galaxien (Foto: NASA/ESA/B. Whitmore)

Berückende Schönheit in den Fernen des Alls: "Hubble"-Aufnahme eines anderen Motivs, der Antennen-Galaxien

Gesichtet wurde der Sternenhaufen vom Weltraumteleskop "Hubble", das die Erde seit einem Vierteljahrhundert in 540 Kilometern Höhe umkreist. Mit seiner Hilfe erforschen die Experten Schwarze Löcher, Gasnebel, Planeten - und die Ränder des Universums.

"Keine etablierte Methode"

Doch der neue Rekord hat einen Schönheitsfehler: Andere Astronomen wie Richard Ellis vom European Southern Observatory, der die bis dahin am weitesten entfernte Galaxie entdeckt hatte, sind skeptisch, weil Oesch und sein Team eine andere als die bisher etablierte Methode bei der Analyse von Lichtwellen angewandt haben. Die so erzielten Ergebnisse seien schwer zu interpretieren, gibt Ellis zu bedenken.

So oder so dürfte GN-z11 ihre Spitzenposition - als Galaxie mit Rekorddistanz - schon bald wieder verlieren. Denn in wenigen Jahren will die NASA einen Nachfolger für "Hubble" ins All befördern. Und mit dem neuen Weltraumteleskop wird man weiter sehen, in jeder Hinsicht.

jj/kle (dpa, ap)

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