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Aktuell Deutschland

Fernsehstar Heinz Schenk ist tot

Heinz Schenk schrieb deutsche TV-Geschichte: Ein Millionenpublikum feierte mit dem Wirt im "Blauen Bock". Mit hessischem Dialekt und schlagfertigen Sprüchen moderierte der "Ebbelwoi-Babbler" die Sendung 21 Jahre lang.

"Es war ein friedlicher Tod, er ist einfach eingeschlafen", sagte der langjährige Manager Schenks, Horst Klemmer. Im Alter von 89 Jahren verstarb der ehemalige Moderator in der Nacht zum Donnerstag in Wiesbaden. Vor knapp einer Woche habe Schenk einen Schlaganfall erlitten und habe seither im Koma gelegen.

Mit seiner Sendung "Zum Blauen Bock" unterhielt Schenk bis 1987 ein Millionenpublikum. Er war aber nicht nur der "Babbler", sondern auch der Kopf der Sendung. Er lieferte die Ideen. Neben den Texten schrieb er auch fast alle Lieder selbst.

Frühes Talent

Schenk wurde am 11. Dezember 1924 in Mainz als Sohn eines Drogisten und einer Tänzerin geboren. Schon früh zeigte er seine Begabung, andere zu unterhalten und funktionierte den Beichtstuhl im Dom zum Kasperletheater um. Fast wurde Schenk vom Bischof der Schule verwiesen. Mit kaum zehn Jahren stand er bereits zum ersten Mal auf der Bühne. Nach dem Krieg wechselte der gelernte Schauspieler nach Kabarett-Auftritten zum Radio, wo er wie Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld Auftritte im "Frankfurter Wekker" hatte, der legendären komödiantischen Frühsendung des Hessischen Rundfunks. 1966 wurde er Nachfolger von Otto Höpfner im "Blauen Bock".

Heinz Schenk im Blauen Bock (foto: picture alliance)

Schenk als urhessischer "Babbler" in seinem "Blauen Bock"

Ende der 1980er-Jahre widmete sich Schenk dann wieder verstärkt der Bühne. Der oft unterschätzte Schauspieler wurde zu einer Stütze am Frankfurter Volkstheater. Zu seinen Paraderollen gehörte 1991 "De Geizhals", die hessische Version von Molières "Der Geizige". Selbstironie zeigte Schenk 1992 mit einem Auftritt in Hape Kerkelings Film "Kein Pardon". Dort spielte er einen alternden intriganten Showmaster, der seinen Assistentinnen nachstellt.

Zu den Hobbys Schenks, der in Wiesbaden lebte, gehörten das Skatspielen, das Gärtnern und die Fotografie. Und er war - in seinem Alter eher ungewöhnlich - begeistert von Computern. Mit seiner Frau Gerti - einer gelernten Friseurin - war er seit dem Jahr 1951 verheiratet. Sie starb bereits im Dezember 2013. "Ich habe meine große Liebe verloren. Ich werde sie nie vergessen und bin unendlich traurig", sagte Schenk nach ihrem Tod.

nis/SC (dpa)