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Kultur

Fernsehen immer und überall

Wenn es nach dem Willen der Unterhaltungsbranche geht, dann kennt die neue digitale Fernsehwelt keine Grenzen mehr. Findige Ingenieure und clevere Unternehmer haben jetzt die Lösung: Mobil-TV.

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Zwar Mini aber dafür live dabei

Digital aus dem Kabel, über Satellit oder terrestrisch - auf einem dieser drei Wege kommen die Fernsehprogramme auf die Mattscheibe der deutschen Fernsehzuschauer. Doch es soll ja Menschen geben, die auch wenn sie unterwegs sind, nicht auf ihre Lieblingsserien, auf Filme, Sportübertragungen oder Nachrichten verzichten wollen.

Waren bislang schon Fernsehbilder auf Handys sichtbar, die über den neuen Mobilfunkstandard UMTS übertragen werden, so hält nun die digitale Übertragung über Rundfunkfrequenzen Einzug. Dabei wird das Handy immer mehr zum Multifunktionstalent. Assad Assadi vom koreanischen Samsung-Konzern führt Messe-Besuchern ein Handy der neuesten Generation vor: "Man hat einen Fernseher, also hoch auflösende Displays, die gestochen scharfe Bilder liefern. Man hat die Möglichkeit, das Handy als Videorekorder zu nutzen, einen MP3-Player, ein Radio, einen Organizer und die Möglichkeit, damit zu telefonieren."

"Fernsehen funktioniert immer"

Auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin werden serienreife Handys für das mobile Fernsehen von mehreren Herstellern präsentiert. Einige sind bereits im Handel erhältlich, denn ein erstes Angebot mit mehreren Fernseh- und auch Radioprogrammen ist seit Juni 2006 bereits in sechs deutschen Großstädten in der Luft, weitere sollen noch in diesem Jahr dazukommen. Die Plattform dafür stellt "MFD - Mobiles Fernsehen Deutschland" zur Verfügung, ein junges Startup-Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen. Geschäftsführer Henrick Rinnert riecht das große Geschäft: "Fernsehen ist ein Produkt, das funktioniert immer. Der Markt ist riesengroß. Es gibt 75 Millionen aktive Handy-Verträge in Deutschland. Wenn sich davon nur 10 Prozent für Mobil-TV interessieren, dann sind das 7,5 Millionen."

Problem: Zwei Standards

So weit so gut, wenn es da nicht noch ein Problem gäbe: Es gibt zwei unterschiedliche Übertragungsstandards Standards: DMB, der in Deutschland derzeit bereits vom Mobilfunkdienstleister Debitel genutzt wird, und DVB-H, der von den vier Mobilfunknetzbetreibern T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2 erprobt wird und 2007 den regulären Betrieb aufnehmen soll. Für die Hersteller von Mobil-TV-Handys ist die Frage, welcher Standard sich letztlich durchsetzt, kein Problem, sagt Assad Assadi: "Wir haben für beide Techniken die Geräte. Deswegen mischen wir uns in die Diskussion in dem Fall auch gar nicht ein. Wir warten ab, wie die Entscheidungen fallen und sind bereit, die Handys

auszuliefern."

Allerdings gibt es noch andere Probleme, die bislang nicht gelöst sind. Der hohe Energieverbrauch, der dem Handy-Akku nach zwei Stunden Fernsehvergnügen plötzlich den "Saft" ausgehen lässt - ein Beispiel. Ein noch zu schwacher Empfang in großen geschlossenen Gebäuden - ein anderes. Kluge Köpfe und kreative Lösungen sind gefragt - Mobil TV steht in Deutschland in den Startlöchern. Ob es auch durchstarten wird, bleibt abzuwarten.

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