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Aktuell Europa

Fernsehen deckt Putins Rüstungsvorhaben auf

Das Russland unter Putin ist nicht gerade als Hochburg der Pressefreiheit bekannt. Zwei TV-Sendern gelang jetzt aber ein journalistischer Coup. War das ein Versehen oder ein raffinierter Plan?

Russisches Atom-U-Boot (Foto: ITAR-TASS)

Russisches Atom-U-Boot

Zwei russische Fernsehsender haben anscheinend versehentlich Dokumente über ein neues System atomar bestückter U-Boot-Torpedos veröffentlicht. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bestätigte entsprechende Medienberichte und sagte, ein derartiges Versehen dürfe sich nicht wiederholen.

Die staatlich kontrollierten Sender NTW und Kanal Eins hatten am Dienstag in Berichten über ein Treffen von Präsident Wladimir Putin mit Militärvertretern in Sotschi geheime Dokumente zu einem noch in der Entwicklungsphase steckenden Torpedo-System mit der Bezeichnung Status-6 gezeigt.

Atomare Verseuchung

In dem deutlich sichtbaren Begleittext hieß es, die auf U-Booten stationierten Torpedos würden bei ihrem Einschlag die Zielgebiete derart stark radioaktiv verseuchen, dass sie für lange Zeit für jede "militärische, landwirtschaftliche oder wirtschaftliche Aktivität unbrauchbar" seien.

Zwar wurden die Aufnahmen von den beiden Sendern später wieder gelöscht, doch auf mehreren Internetseiten wurden Screenshots veröffentlicht. Wie die Bilder in die Sendungen gerieten, war zunächst unklar. Beide Sender stehen unter strikter Kontrolle des Kreml.

Putin hatte jüngst den USA und ihren Verbündeten vorgeworfen, Moskaus atomare Kapazitäten ausschalten zu wollen. Der Kremlchef bezog sich insbesondere auf das geplante NATO-Raketenabwehrsystem in Europa. Er warf den USA und ihren Verbündeten vor, damit vor allem Russland schaden zu wollen.

Putin kündigt neue Waffen an

Der Verweis auf die iranischen und nordkoreanischen Atomraketen sei nur "vorgeschoben", sagte Putin. Das eigentliche Ziel sei es, "das Atomwaffenpotenzial Russlands" und anderer Staaten zu neutralisieren. Moskau brauche deshalb Waffen, die in der Lage seien, jede Form eines Raketenschutzschildes zu überwinden, erklärte der russische Präsident.

wl/se (afp)