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Bücher

Fernando del Paso nimmt Cervantes-Preis entgegen

Der mexikanische Schriftsteller und Dichter Fernando del Paso hat in Alcalá de Henares östlich von Madrid den Premio Cervantes in Empfang genommen, die bedeutendste Literatur-Auszeichnung der spanischsprachigen Welt.

Del Paso bringe die spanische Sprache "zum Glänzen", sagte Spaniens König Felipe VI. bei der Preisübergabe. Der 81-Jährige nannte die Auszeichnung in seiner Dankesrede einen Anreiz, in seinem hohen Alter weiter zu schreiben. Die Jury ehrte den 80-jährigen Autor für seinen "Beitrag zur Entwicklung des Romans, der Tradition und Moderne vereint". Der Autor aus Mexiko-Stadt gehe bei seiner schriftstellerischen Arbeit Risiken ein und sei innovativ. Zu seinen wichtigsten literarischen Einflüssen zählt del Paso unter anderem James Joyce und William Faulkner.

Cervantes-Literaturpreis für Fernando del Paso

Fernando del Paso bei seiner Rede an der Universität von Alcalá de Henares bei Madrid

Del Paso genießt über Mexiko hinaus Anerkennung als prägender Autor der iberoamerikanischen Literatur. In seinen Romanen lässt er wichtige Episoden der mexikanischen Geschichte wiederaufleben. Seine umfangreichen, oft eher zum Tragikomischen als zum Dramatischen tendierenden Werke gehören in Mexiko zum etablierten Literaturkanon.

Der 1987 erschienene historische Roman "Noticias del Imperio" ("Nachrichten aus dem Imperium") gilt als das wichtigste Werk des eher zum Tragikomischen neigenden Autors. Es handelt von der Gründung des Zweiten Mexikanischen Kaiserreiches, das 1867 nach nur rund drei Jahren mit der Hinrichtung von Kaiser Maximilian I. zu Ende ging.

Mehr als nur ein Schriftsteller

Buchcover Linda 67. Roman eines Mörders

"Linda 67 - Roman eines Mörders" von Fernando del Paso

Del Pasos Werke wurden mehrfach ins Deutsche übersetzt. Der Autor ist auch Zeichner und Maler. Zudem war er Diplomat und Leiter der inzwischen nach ihm benannten Bibliothek der Universität von Guadalajara, er betätigte sich als erfolgreicher Radiosprecher und -produzent und arbeitete für die BBC sowie für Radio France International.

Der mit 125.000 Euro dotierte Cervantes-Preis gilt als die wichtigste literarische Auszeichnung der spanischsprachigen Welt. Der nach dem "Don Quijote"-Autor Miguel de Cervantes benannte Preis wird seit 1976 jährlich verliehen. Mit ihrer Entscheidung hielt sich die Jury an die ungeschriebene Regel, wonach die Auszeichnung abwechselnd spanischen und lateinamerikanischen Autoren zugesprochen wird. Im Vorjahr hatte der Spanier Juan Goytisolo den Cervantes-Preis erhalten.

nf/stu (dpa/sda)

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