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Kultur

Ferenc Fejtö gestorben

Der aus Ungarn stammende Zeithistoriker, Literaturwissenschaftler und Publizist Ferenc Fejtö ist am Montag (02.06.2008) in Paris im Alter von 98 Jahren gestorben. Der Wissenschaftler sei einem Herzinfarkt erlegen, berichtete die ungarische Nachrichtenagentur MTI. Fejtö lebte seit 1938 in der französischen Hauptstadt, nachdem ihn das rechts-autoritäre Horthy-Regime in Ungarn politisch verfolgt hatte.

Fejtö, den eine tiefe Freundschaft mit dem ungarischen Lyriker Attila Jozsef (1905-1937) verband, wurde zum Doyen der links-liberalen ungarischen Emigranten in Paris. Er lehrte unter anderen am Institut d'études politiques. In seinen Büchern beschäftigte er sich vor allem mit der jüngeren Geschichte Mittel- und Osteuropas, mit dem Kommunismus und mit dem Untergang der österreichisch-ungarischen Monarchie.

In Ungarn nahm Fejtö nach der demokratischen Wende in Pressekommentaren immer wieder kritisch zu Fragen des Umgangs mit der Geschichte und zum Aufkommen rechtsextremer Tendenzen in seiner alten Heimat Stellung. In Frankreich wurde er 1988 Ritter der Ehrenlegion.